LUXEMBURG
LJ

Fragen zu den Optionen für laktoseintolerante Säuglinge und kommende Schritte zur Anerkennung der Osteopathie beantwortet

Gleich zwei parlamentarische Fragen zum Thema Gesundheit wurden in den vergangenen Tagen von Gesundheitsminister Etienne Schneider beantwortet.

Den Anfang machte eine parlamentarische Frage des adr-Abgeordneten Fernand Kartheiser zum Thema der Laktoseintoleranz; hier wollte der Abgeordnete wissen, welche Vorsichtsmaßnahmen in Luxemburg davor schützen, dass laktoseintolerante Kleinkinder in Fällen von Produktknappheit nicht ohne die für sie nötigen Alternativprodukte ohne Laktose auskommen müssten. Besonders ging es hierbei darum zu erfahren, wie das Gesundheitsministerium eine solche Knappheit kommunizieren könne.

So antwortete der Gesundheitsminister, dass das Ministerium keinen Einfluss auf die im Großherzogtum zur Verfügung stehende Produkte nehmen kann und über deren Verfügbarkeit nicht kommunizieren könne, da es neben der Laktoseintoleranz auch noch weitere Intoleranzen und Allergien auf Milchproteine gebe und deshalb die Alternativprodukte durchweg unterschiedlich seien.

Priorität für Muttermilch

Im konkreten Fall des vom Abgeordneten Kartheiser angeführten, vergriffenen Produktes „Novalac Novarice“ handle es sich aber um ein „aliment diététique destiné à des fins médicales spécliales“. Als solches müsse es durchaus beim Gesundheitsministerium registriert werden und das Produkt müsse spezifischen Vorschriften entsprechen - eine Registrierung sei aber noch nicht erfolgt. Als Alternativprodukt zu dem vergriffenen Produkt führte Schneider ein ebenfalls ohne Tierprodukte hergestelltes „Modilac Expert Riz“ an. Prinzipiell rate das Gesundheitsministerium zur Ernährung durch Muttermilch. Sei das nicht möglich, könne auf Nährprodukte, die meist aus Kuh- oder Schafsmilch bestehen, zurückgegriffen werden. Wenn ein Säugling diese nicht vertrage, müsse die Ernährung auf jeden Fall mit dem Kinderarzt abgesprochen werden.

Daneben wollte die CSV-Abgeordnete Françoise Hetto-Gaasch vom Gesundheitsminister und dem Minister für soziale Sicherheit Romain Schneider wissen, was die nächsten Schritte nach der Anerkennung der Osteopathie zum 21. August dieses Jahres seien. Bei den Osteopathen und ihren Kunden herrsche gleichermaßen Konfusion. So wollte Hetto-Gaasch wissen, ob eine Infokampagne angedacht sei und ab wann Patienten mit einer Erstattung der Osteopathie-Kosten rechnen können.

Die Minister antworteten, dass durch das Gesetz vom 21. August zwar durchaus ein erster wichtiger Schritt zur Anerkennung der Osteopathie geleistet worden sei, damit aber noch keine Erstattung seitens der Krankenkasse einhergehe. So müsse zuvor eine Arbeitsgruppe aus Osteopathen mit der CNS gemeinsam eine Konvention ausarbeiten, weitere Schritte zur Festlegung der Nomenklatur würden folgen. Demnach sei auch bislang keine Infokampagne seitens des Ministeriums angedacht. Bis auf Weiteres werden Osteopathie-Besuche demnach auch weiterhin nicht von der Krankenkasse übernommen. Sobald dies übernommen werde, könne die Erstattung wie in allen anderen Fällen zudem nur infolge eines ärztlichen Verweises geschehen, informierten die Minister weiter.