WARSCHAU
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Polens Regierungschef Kaczynski nennt Antisemitismus eine „Krankheit“

Jaroslaw Kaczynski, der Chef der polnischen Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) hat das umstrittene Holocaust-Gesetz verteidigt und zugleich Antisemitismus als „Krankheit“ verurteilt. Anlass seiner Rede war die traditionell jeden Monat stattfindende Gedenkmesse für die Opfer der Flugzeugtragödie von Smolensk am 10. April 2010. Damals war sein Bruder Lech Kaczynski ums Leben gekommen.

Der PiS-Chef rief seine Anhänger auf, „die Würde Polens zu verteidigen“. In einer sehr knappen, aber emotionalen Zwischenbemerkung warnte Kaczynski, die Polen dürften in ihrer „Verteidigung der Wahrheit“ nicht den schlechten Rezepten erliegen, die ihnen ebenfalls ihre Feinde und gar der Teufel brächten. „Diese schlechte Rezeptur ist in Wahrheit eine Krankheit der Seele und des Geistes, diese Krankheit ist der Antisemitismus“, sagte er. Sich von Antisemitismus zu distanzieren, bedeute aber keinesfalls, sich von der Verteidigung der polnischen Würde abbringen zu lassen, fuhr Polens starker Mann dann unter dem Applaus seiner Anhänger fort.