MERSCH
NICO PLEIMLING

Bauernzentrale richtet vor den Wahlen 40 Erwartungen an die Politik

Die Reform der EU-Agrarpolitik wird auch einige wesentliche Änderungen für die Luxemburger Landwirtschaft mit sich bringen. Bei deren Umsetzung gelte es, eine Schwächung der Betriebe zu verhindern, unterstrichen die Verantwortlichen der Bauernzentrale am gestrigen Mittwoch mit Blick auf die bevorstehenden Parlamentswahlen im Oktober.

Insbesondere in Bezug auf die interne Konvergenz der Direktzahlungen sowie in Bezug auf die Greening-Maßnahmen sollte es nicht zu einer solchen Schwächung kommen.

Bauern sind keine Naturzerstörer

Marc Fisch, der Vorsitzende der Bauernzentrale, betonte, die Landwirtschaft solle ein wirtschaftlicher Sektor bleiben: „Die Landwirtschaft bearbeitet rund 50 Prozent der Ländereien. Es ist auch im Interesse der Landwirtschaft, dass die Natur intakt bleibt. Obwohl immer behauptet wird, die Bauern würden die Natur zerstören, entspricht dies nicht der Wahrheit. Der Naturschutz liegt den Landwirten am Herzen!“ Der Boden sei ein unersetzlicher Produktionsfaktor für die Landwirtschaft und müsse demnach für jene verfügbar sein, so Marc Fisch.

Potenzial ausschöpfen

Insgesamt 40 Forderungen und Erwartungen der Bauernzentrale sollen den Politikern der verschiedenen Parteien bei der Ausarbeitung ihrer Programme als Leitfaden dienen. Wichtig ist den Verantwortlichen auch eine bessere und konsequentere Vermarktung von Regionalprodukten. Der Konsument kaufe zwar viele heimische Erzeugnisse, für Werbung sei aber nicht genügend Geld vorhanden. Weiter sei das Potenzial betreffend der Verpflegung mit Regionalprodukten in Schulen, Altenheimen und Krankenhäusern alles andere als ausgeschöpft.

Land für die Lebensmittelproduktion behalten

Ein besonderes Anliegen der Bauernzentrale sind die Kompensierungsmaßnahmen im Rahmen des Naturschutzgesetzes. In jenem Kontext würden häufig landwirtschaftlich genutzte Flächen geopfert. „Dafür muss Gelände benutzt werden, das ökologische Vorteile hat und die Maßnahme soll der Umwelt dienen. Weiter
sollen die Bauern genügend Land für die Lebensmittelproduktion behalten“, betonte der Vorsitzende der Bauernzentrale.

Betreffend den Wasserpreis fordert die Bauernzentrale einen landesweit gültigen Preis, auch wenn dieser Punkt nicht mit der Autonomie der Gemeinden konform sei.