LUXEMBURG
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Einen Lebenslauf schreiben ist gar nicht schwer - wenn man Grundregeln beachtet

In Zeiten des Internets und zahlreicher, online verfügbarer Gratisvorlagen sollte es nicht schwierig sein, einen Lebenslauf zu schreiben - und doch erhalten Verantwortliche in Unternehmen immer wieder Bewerbungen mit Lebensläufen, auf denen das Wesentliche fehlt: Der Name und die Adresse.

Der Lebenslauf ist der zentrale Punkt jeder Bewerbung. Deshalb sollte man sich für die Erstellung Zeit nehmen, Daten und Fakten checken und gut über Qualifikationen, Diplome oder relevante Erfahrungen nachdenken - und dabei immer im Hinterkopf haben, dass Personalverantwortliche wenig Zeit haben.

Üblich ist der tabellarische Lebenslauf. Wenn jemand schon viel Berufserfahrung hat, fängt man mit der letzten Station an. Das ist bei jungen Leuten aber nicht der Fall. Deshalb geht es hier mit dem Wesentlichen los: Name und Adresse, dabei Mail und Telefon nicht vergessen. Der Geburtsort und das -datum werden ebenfalls angegeben, jedoch keine Religionszugehörigkeit, außer, dies wäre für die Bewerbung von Relevanz. Bei der Mailadresse empfiehlt es sich, lustige Mailadressen wie smokingonthebeach@gmail.com nicht zu nehmen - das dürfte wohl kaum zu einer Stellenausschreibung passen. Im Zweifel lieber eine neue oder neutrale Mail kreieren. Ebenfalls wichtig: die Staatsangehörigkeit.

Dann folgen links die Zeitangaben und rechts die dazu passenden Fakten. Wer wenig bis keine Berufserfahrung hat, gibt noch die Schule an. Bei jüngeren Bewerbern ist die Angabe von Praktika - beispielsweise in der Schule - sehr wichtig. So lässt sich schon eine Motivation herauslesen. Chronologisch werden dann die beruflichen Stationen aufgeführt, die weiter in der Vergangenheit liegen. Absolventen können ihre Studienschwerpunkte benennen, Arbeitssuchende ihre besonderen Kenntnisse. Achtung mit Lücken: Große Lücken könnten den Verdacht entstehen lassen, der Bewerber oder die Bewerberin wollten peinliche Stationen vertuschen. Lücken im Lebenslauf sind ein gefundenes Fressen für Personaler, um im Vorstellungsgespräch gezielt danach zu fragen. Von einer Lücke spricht man aber erst ab drei Monaten. Wenn sie also zwei Monate auf Weltreise waren – geschenkt.

Lückenlosigkeit ja, zeitliche Pedanterie nein. Soll heißen: Monatsangaben reichen im Lebenslauf vollkommen aus. Bewerber müssen ihre Stationen nicht auf den Tag genau dokumentieren. Beispiel: 06/2014 – 06/2017 Ausbildung zur Bankkauffrau in der Filiale der Bank X in Y. Wichtig ist die Aufführung von Qualifikationen. Hier gehören relevante Weiterbildungen hin, Zertifikate, EDV- und PC-Kenntnisse, Sprachen und Führerschein – zum Beispiel. Besonders die Beherrschung des Luxemburgischen ist für viele Arbeitgeber interessant. Aber auch Diplome als Schwimmlehrer, Sporttrainer, Jugendbegleiter oder ähnliches sind wichtig.

Tabus: Was nicht in den Lebenslauf gehört

Früher war es üblich, die Berufe der Eltern anzugeben. Heute spielt das keine Rolle und wirkt eher anbiedernd. Die Idee hinter einem Lebenslauf ist aber nunmal, dass die eigene Leistung zählt.

Hobbys sind eigentlich Privatsache. Freizeitbeschäftigungen sollte man nur ausführen, wenn sie einen direkten Bezug zur Stelle haben und Ihre Fähigkeiten unterstreichen. Ein noch heikleres Thema sind Gehaltsvorstellungen. Geld ist ein Thema für die Gehaltsverhandlung, aber auf gar keinen Fall für den Lebenslauf. Wer wenig Erfahrung hat, tut gut daran, nicht auf den Putz zu hauen. Darüber hinaus setzt die Vorgabe der Regierung für Praktika, sowie von Haus- und Tarifverträgen schon einen Rahmen. Ein sehr spezielles Thema ist die Weltanschauung. Religiöse oder politische Ansichten gehören ganz sicher nicht in den Lebenslauf – auch eine mögliche Parteizugehörigkeit sollte man nur erwähnen, wenn es einen direkten Bezug zur Position hat. Grundsätzlich sollten Sie beim Lebenslaufschreiben darauf achten, diesen frei von jeglichen Informationen zu halten, die für den Job irrelevant sind. Motto: Weniger ist mehr. Bei einem jungen Bewerber reicht eine Seite Lebenslauf auch, das muss nicht länger sein.

Der richtige Abschluss

Achten Sie darauf, den Lebenslauf auch gewissenhaft abzuschließen. Versehen Sie ihn also mit Ort, Datum und Unterschrift – das kann man als Echtheitssiegel interpretieren, welches bezeugt, dass Ihre Angaben der Wahrheit entsprechen. Falsche Angaben im Lebenslauf können auch nach Ablauf der Probezeit noch zur fristlosen Kündigung führen. Sorgfalt ist hier nicht nur im Hinblick auf Fakten, sondern auch auf Rechtschreib- und Grammatikfehler wichtig.

Für die Optik gibt es viele Vorlagen - und eine Formatierung nach DIN 5008, die allgemein geschätzt wird. Wenn dann das Anschreiben noch auf einer Seite Platz hat und das Foto ein echtes Bewerbungs- und kein Urlaubsfoto ist, stehen die Chancen für einen ansprechenden ersten Eindruck schon gut.