LUXEMBURG
SVEN WOHL

Label soll Qualität signalisieren

Sich als Verbraucher zurecht zu finden, ist alles andere als einfach.Das muss auch der Landwirtschaftsminister Romain Schneider eingestehen. Denn nicht immer ist bei den Labels ersichtlich, was wofür steht. Und vor allem, wer es kontrolliert.

Zwei Systeme, ein Ziel

Ein Gesetzesprojekt soll dies ändern und ein Label einführen, das den Verbrauchern gleich auf einen Schlag kommuniziert, das dieses Produkt für Qualität steht, die auch staatlich kontrolliert wird. Es soll „eine Garantie geben, dass das, was draufsteht, auch drin ist“, wie es der Minister auf der gestrigen Pressekonferenz beschrieb. Damit das auch geschehen kann, müssten erst einmal Kriterien aufgesetzt werden. Dabei wird zum einen ein Zertifizierungssystem angesteuert und zum anderen ein Qualitätssystem. Ersteres beinhaltet gewisse Basiskriterien sowie Standardnormen, welche sowohl nationaler wie auch europäischer Natur sein können. Beim Qualitätssystem kommen zusätzliche Qualitätskriterien hinzu. Zu den Basiskriterien gehört das Ausarbeiten und die Publikation eines Lastenheftes. Dabei ist klar, dass jeder Produzent beim Label mitmachen kann. Das Lastenheft nennt unter anderem die Sanktionsmaßnahmen wie auch die Kontrollen durch unabhängig akkreditierte Kontrollstellen. Die Qualitätskriterien basieren hier auf drei Säulen. Diese bestehen aus der geschmacklichen Qualität, der Umwelt und dem Wohlbefinden der Tiere, wie auch der Regionalität und der Nachhaltigkeit. Diese Säulen bestehen aus größtenteils technischen Kriterien, welche etwa zwölf Stück pro Säule ausmachen.

Abrufbar über QR Code

Da ein und dasselbe Symbol beide Systeme repräsentiert, wird beim Qualitätssystem angestrebt, die Produkte mit einem QR-Code zu versehen. Dies soll den Konsumenten dann ermöglichen, durch das Einscannen des Codes mit dem Smartphone eine Internetseite aufzurufen, die näher Aufschluss darauf gibt, welche Kriterien wie erreicht worden sind. Der Minister gab jedoch zu, dass man sich noch im Unklaren sei, ob dies bei jedem Produkt so einfach umzusetzen sei. Immerhin benötigten die QR-Codes eine Mindestgröße, damit sie funktionieren können und nicht jedes Produkt hätte entsprechend viel Platz zu bieten. Das Ganze geschieht von Seiten der Produzenten natürlich nicht aus reinem Selbstzweck. Wer genug Qualitätskriterien erfüllt, kann Beihilfen erhalten. Diese können für Werbe- und Informationskampagnen, Kontrollkosten, Markuntersuchungen und Produktdesign und diverse Anfragen genutzt werden. Diese Hilfen werden gestaffelt, je nachdem, wie viel Prozent der Kriterien erfüllt worden sind. Ein Basissatz kann von allen Produzenten beansprucht werden. Er lässt sich schließlich auf bis zu 80 Prozent des Katalogs anheben. Auf visueller Ebene bringt man dieses Label zudem in Einklang mit dem Nationbranding, weshalb auch hier das typische zweifarbige X zu sehen sein wird.