LUXEMBURGSVEN WOHL

Angespielt: Dynasty Warriors 8

Dynasty Warriors wird ziemlich oft ignoriert. Das stimmt sowohl bei der Fachpresse, als auch bei westlichen Videospielern und bei den sogenannten Mainstream-Medien auch. Verdient hat es die Serie eigentlich nicht. Nein, sie liefert seit Jahren grundsolide Massenschlachten. Nach dem vollkommen missratenen „Warriors: Legends of Troy“, das verzweifelt versuchte, den westlichen Geschmack zu treffen, meldet sich die Traditionsserie aus dem Hause Tecmo Koei jetzt wieder lautstark zurück.

Brachialer Einsatz

Was die Geschichte angeht, ist Dynasty Warriors 8 nicht gerade einsteigerfreundlich. Sowohl Textbalken als auch Zwischensequenzen werden bemüht, um die Geschichte der drei Reiche zu vermitteln. Was natürlich gar nicht so einfach ist, denn die Geschichte ist dem westlichen Spieler herzhaft wenig bekannt und das Spiel macht nicht gerade den besten Job, um sie zu vermitteln. Die überzogene Inszenierung schafft es immerhin das ganze unterhaltsam auf zu bereiten.

Der Spielbetrieb gestaltet sich bewusst eintönig: Mit seiner Spielfigur drischt man auf zahllose gegnerische Truppen ein und bezwingt damit, wie im Film „Hero“ die Massen an Gegnern. Das funktioniert gut, weil die Kamera mitarbeitet und das Kombo-System leicht zu begreifen ist. Der Grafikmotor liefert zudem nette Lichteffekte und zaubert ohne Mühe große Mengen an Gegnern hervor. Im Hintergrund läuft Rock-Musik, was zwar nicht zur Epoche, aber wenigstens zur Action passt.

Ein Hauch Taktik

Denn obwohl die Action eintönig ist, macht sie Spaß. Das liegt an den zahlreichen verschiedenen Figuren, die man steuern kann und der Vielzahl an Waffen, die man schwingen kann. Spezialattacken und Charakterstufen verleihen den Kämpfen zudem eine taktische Note. Eine kleine Karte zeigt zudem, was sonst so auf dem Schlachtfeld läuft und worauf es ankommt. Anfängern sei geraten, einen der leichteren Schwierigkeitsgrade zu wählen, da die Übersicht schon mal schnell flöten gehen kann und man dann von stärkeren Figuren überrannt wird. Insgesamt bietet das Spiel ein erstaunliches Spielhallengefühl. Gut ist es dabei, dass es einen freien Modus gibt, wo sich die einzelnen Schlachten wiederholen lassen um mehr Erfahrungspunkte und Gegenstände zu sammeln.

In kurzen Schüben entfaltet der Titel seinen Charme problemlos. Die brachialen Kämpfe sind außerdem eine gute Möglichkeit, sich ein wenig abzureagieren. Positiv anzumerken ist das Fehlen von Blut, was den Schlachten die Spitze nimmt. Zudem werden die besiegten als K.O. bezeichnet, was das eigentlich martialische Geschehen harmloser zeichnet. An und für sich könnte man das Spiel als einen modernen Vertreter des Beat’em Up bezeichnen: Der Anspruch ist nicht groß, aber das was versprochen wird, also schnörkellose Action, wird hier geliefert. Solch eine Ehrlichkeit ist schon erfrischend! Unter dem Strich ist Dynasty Warriors 8 mehr als nur solide. Die solide Action zusammen mit der spaßigen Inszenierung bietet einen guten Einstieg in die Serie. Wer sich hier bisher nicht ran getraut hat, der sollte jetzt eventuell einen Versuch wagen (Erhältlich bei „Le Reservoir“ für Xbox 360 und PlayStation 3 für 60 Euro).