ESCH/BELVAL
JEFF KARIER

„Luxembourg Music Awards“ zeigten Bandbreite der luxmburgischen Musikszene

„Es ist ein wichtiger Schritt für Luxemburg und die luxemburgische Musikszene, dass wir heute Abend diese Awards vergeben können“, betonte Kulturministerin Sam Tanson zum Auftakt der „Luxembourg Music Awards“ (LMA), die am Dienstagabend in der Rockhal zum ersten Mal vergeben wurden. Tanson sprach von einer enormen Entwicklung der lokalen Musikszene in den letzten Jahren, die fantastische Künstler hervorgebracht hat. Es sei daher wichtig, einen Abend zu haben, ähnlich wie es beim luxemburgischen Film der Fall sei, an dem sich die Künstler und Musikschaffenden feiern könnten. Das gelte besonders auch für jene, die eher hinter den Kulissen aktiv sind. „Hinzu kommt, dass durch diesen Abend Aufmerksamkeit auf die lebendige Musikszene gelenkt wird, die wir haben.“

Insgesamt wurden an dem Abend zehn Preise verteilt. Davon gingen zwei an den Abräumer des Abends Edsun. Der Pop gewann in den Kategorien „Artist of the Year“ und „Best Music Video“ für das Video zum Song „Lisa“. Außerdem wurde Isaiah Wilson, der das Video zu „Lisa“ realisierte, ausgezeichnet und erhielt den „stART-up award for Best Upcoming Video Director“.

Als „Best Upcoming Artist“ ausgezeichnet wurde Georges Goerens für sein Solo-Projekt „Bartleby Delicate“. Goerens, der außerdem Sänger der Band „Seed to Tree“ ist, freute sich aus zweierlei Gründen über den Preis. „Es ist eine Anerkennung für ein Jahr harte Arbeit und gibt einem auch Bestätigung, für das, was man tut.“ Da mit der Auszeichnung auch 5.000 Euro Preisgeld verknüpft sind, bedeutet dies für Goerens auch eine gewisse finanzielle Absicherung beziehungsweise Unterstützung für ein geplantes Album. Denn für Musiker in Luxemburg ist es nach wie schwer, von ihrer Kunst zu leben.

Der Preis „Upcoming Woman in Music“ ging an Karma Catena, die seit Anfang des Jahres unter dem Namen „C’est Karma“ Musik macht. „Von der Nominierung habe ich durch eine E-Mail im Mathematikunterricht erfahren“, meint die 16-jährige Musikerin, die auch an dem Abend auftrat und das Publikum begeisterte. Dass sie dann auch noch gewonnen hat, sei für Catena eine große Freude und bestätige sie darin, weiterhin Musik zu machen. Außerdem wurde die junge Jazzsängerin und Multitalent Claire Parsons als „Best Upcoming Musician“ ausgezeichnet. Parsons überzeugte die Jury durch ihre Vielseitigkeit, die sie in den verschiedenen Projekten, in denen sie beteiligt ist, unter Beweis stellte. Hierzu zählen neben dem „Claire Parsons ///// Quintet“ und ihrem Duo mit Eran Har Even auch ihre Solo-Auftritte sowie ihre Auftritte mit „Them Lights“ und dem „de Läb Orchästra“.

„Export Artist of the Year“ im Bereich Pop/Rock/Elektro ging an die Band „Rome“. Der Kopf und Sänger Jérôme Reuter nahm den Preis entgegen. „Es freut mich, dass es nun diese Awards gibt. Es passiert sehr viel im Bereich der Musik im Land, von dem aber viele da draußen nicht viel mitbekommen“, meinte Reuter. Entsprechend seien die LMAs eine tolle Möglichkeit, die Bandbreite der Szene zu präsentieren. Außerdem könnte hier die Szene zusammenkommen, einen schönen gemeinsamen Abend verbringen und sich gegenseitig feiern. Im Bereich Jazz ging der Preis an „Reis Demuth Wiltgen“ und im Bereich Klassik/zeitgenössische Musik an Cristoph Sietzen.

Den „Song of the Year“-Award gewann die Band „Mad Fox“, die aus Jimmy Leen, Charles Stoltz, Jerome Klein, Dirk Kellen, Aloyse Weyler und Tom Gatti besteht, mit ihrem Song „Bubble“. Der Grafiker Dirk Kessler wurde als „Best Upcoming Artwork Designer“ ausgezeichnet. Mit seinen Arbeiten für unter anderem die Rotondes verbinde er laut eigener Aussage seine zwei Passionen, Zeichnen und Musik. „Music Producer of the Year“ wurde Eric Bintz aka Céhashi, der unter anderem mit Maz und Edsun zusammengearbeitet hat.

Blick in die Zukunft

„Wir hätten noch viel mehr Preise vergeben können, wenn wir alle unseren ,Coups de cœur‘ nachgegangen wären, aber das war eben nicht möglich“, meinte Olivier Toth, Rockhal-Direktor und Jurypräsident. Schließlich hätten es viele weitere verdient, ebenfalls für ihre Musik und damit verbundene harte Arbeit ausgezeichnet zu werden. Toth freute sich dennoch für die Nominierten sowie Gewinner und zeigte sich allgemein recht zufrieden. Neben Toth saßen in der Jury noch Michel Welter (Atelier), Marc Hauser (Rotondes), Luka Heindrichs (De Gudde Wëllen), Bob Konsbruck (RTL) und Yves Stephany (Radio 100,7)

Die LMAs erhielten im Vorfeld der Preisvergabe etwas Kritik. Etwa, dass unter den Nominierten keine Künstler aus den Genres Hard-Rock oder Metal vertreten waren. Auch sei die Klassik laut Ansicht einiger zu kurz gekommen. Diese Kritik werde man sich laut Toth auch zu Herzen nehmen, allerdings war dies auch erst die erste Auflage des Awards und man werde weiter an diesem arbeiten. „Dazu muss man auch sagen, dass unsere Expertise als Rockhal nun mal eher in den Bereichen Rock, Pop und Elektro liegt.“ Man müsse schauen, wie zukünftig auch andere Genres in den LMAs vertreten sein können. Aufgrund der positiven Resonanz der Szene und der Partner, hoffen wir, dass diese Ausgabe die erste von vielen war.

Weitere Details zu den Gewinner, den Preisen und den LMA im Allgemeinen finden Sie unter www.musicawards.lu