LUXEMBURGCHRISTIAN SPIELMANN

„The Gunman“ ist die Verfilmung eines Krimis von Jean-Patrick Manchette

Der französische Schriftsteller und Journalist Jean-Patrick Manchette (1942 - 1995) wurde durch seine Kriminalromane bekannt, die in der Linie der klassischen Autoren des Genres wie Samuel Dashiell Hammett oder Raymond Chandler liegen. Außerdem gilt er als bedeutsamer Vertreter des „Néo-polar“, einer Variante des Roman noir. 1981 schrieb er „La position du tireur couché“, ein Roman, der nun von Pierre Morel unter dem Titel „The Gunman“ verfilmt wurde.

Der Killer und die Ärztin

In der Demokratischen Republik Kongo arbeitet Jim Terrier (Sean Penn) im Jahre 2006 als Söldner. Seine offizielle Aufgabe ist es, Nichtregierungsorganisation gegen Rebellen zu beschützen. Inoffiziell ist er ein Killer, der den Auftrag bekommt, den Bergbauminister zu töten. Während seine Komplizen nach dem geglückten Attentat bleiben, muss er das Land verlassen. Er hat eine Liaison mit der Ärztin Annie (Jasmine Trinca), die er seinem Kumpel Felix (Javier Bardem) anvertraut. Acht Jahre später ist Jim wieder im Kongo, wo er Wasserbohrungen für eine Hilfsorganisation durchführt. Als ein Killerkommando auftaucht und es nur auf ihn abgesehen hat, weiß er, dass sich jemand für das Attentat rächen oder aber alle Mitwisser mundtot machen will.

In London sucht er Hilfe bei seinen einstigen Komplizen Cox (Mark Rylance) und Stan (Ray Winstone). Während Cox ein großes Unternehmen aufgebaut hat, führt Stan ein bescheidenes Leben. Stan kann die Adresse von Felix ermitteln, der in Barcelona lebt, und vielleicht als einziger weiß, wer damals der Auftraggeber für das Attentat war. In Barcelona trifft Jim Annie wieder, die Felix geheiratet hat.

Zu konventionell

Hatte Regisseur Morel 2008 mit „Taken“ einen handfesten Actionfilm inszeniert, so bietet er mit „The Gunman“ dagegen konventionelle Kinokost mit einer Einführung und der Präsentation der einzelnen Figuren, gefolgt von der Suche nach Spuren, die auf Schuldige hinweisen könnten, und dem Showdown, wo es den Missetäter an den Kragen geht. Über diesen Actionstrang verteilt sich die Liebesaffäre zwischen Jim und Annie, die zwar mit ein paar netten Momenten daherkommt, aber im Gesamtkonzept kraftlos bleibt

Auch die Schlägereien und Verfolgungsjagden sind eher harmlos und schon gar nicht originell. Das einzige, was den Zuschauer etwas bei Laune hält, ist die Frage, wer es denn auf Jim abgesehen hat und warum. So legt sich ein Hauch Spannung über den Film, dessen Schlussszenen wiederum nichts Außergewöhnliches zu bieten haben. Sean Penn nimmt man noch so gerade seine Rolle als kaltschnäuzigen Killer ab, der alle Kampfarten und Waffen beherrscht und alle Gegner blitzschnell niederstreckt. Auch Winstones lässige Manier gefällt, während alle anderen, vor allem Bardem, nicht wirklich überzeugen können.

Jasmine Trinca kann als Annie gefallen. Ihre Karriere begann 2001 mit „La stanza del figlio“, und sie dürfte den Fans des Villerupter Festivals bekannt sein für ihre Rollen in unter anderem „Manuale d’amore“, „Romanzo criminale“, „Piano solo“ oder „Miele“.