LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Anhaltender Erfolg: Zehn Jahre „Journées du livre et du droit d’auteur au Luxembourg“

Nein, das Buch ist nicht vom Aussterben bedroht, und die traditionelle gedruckte Version wird auch nicht vom E-Book verdrängt, so der allgemeine Tenor gestern während der Jubiläumsfeier „Dix ans Journées du livre et du droit d’auteur au Luxembourg“ im Hollericher „Carré“. Was allerdings keiner der Redner leugnen konnte, war, dass sich der Buchsektor im Umbruch befinde, dies eben gerade wegen der digitalen Revolution. Dies sei jedoch kein Nachteil, sondern eine Herausforderung, die es mit ihren vielen Vorteilen anzupacken und als Chance zu nutzen gelte.

Nicht in Gefahr

„Zehn Jahre Zusammenarbeit zwischen den Akteuren des Buchs, zehn Jahre Lesungen und Veranstaltungen rund um das Buch im ganzen Land, zehn Jahre Sensibilisierung in den Schulen, zehn Jahre Leseförderung und Aufklärungsarbeit über Autorenrechte, zehn Jahre Interaktion mit dem Publikum, zehn Jahre Bewusstsein schaffen zum Stellenwert des Buchs in der Buchkette - das sind wichtige Meilensteine, die gesetzt wurden“, fasste Kulturstaatssekretär Guy Arendt zusammen. Als eines der ältesten Kommunikationsinstrumente würden die Bücher auch im 21. Jahrhundert noch immer eine wichtige Rolle in der Bildung, der kulturellen Bereicherung und der Vermittlung von neuen Ideen und Wissen spielen.

Die Entwicklung des elektronischen Buchs dürfe nicht eingeschränkt werden, da mit diesem Medium viele neue Möglichkeiten geschaffen würden, das Buch an den Leser zu bringen, bemerkte Arendt. Diesbezüglich müssten noch viele Herausforderungen gemeistert und gesetzliche Rahmen geschaffen werden, etwa was die Autorenrechte im digitalen Zeitalter anbelange.

98.000 Inhaber einer Bibliothekskarte

„D’Haapterausfuerderung, déi mer all zesumme mussen ugoen, ass, datt och an Zukunft gelies gëtt“, brachte es der Kulturstaatssekretär schließlich auf den Punkt. „Dorfir brauche mir eis Auteuren, eis Editeuren, eis Librairen an eis kulturell Instituter. Mir brauchen awer och méi eng grouss Unerkennung vum Buchsecteur an der Kultur allgemeng als economesche Facteur“, sagte Arendt, der zugleich die Wichtigkeit der Bibliotheken betonte. Dem konnte Monique Kieffer, Direktorin der Nationalbibliothek, natürlich nur beipflichten. 98.000 Einwohner Luxemburgs hätten eine Nutzerkarte in einer der vielen Bibliotheken des Landes. Auch sie sieht das gedruckte Buch indes nicht in Gefahr. „D’Atouten vum E-Book sinn awer och net ze ënnerschätzen“, hob Kieffer hervor. Dadurch hätten die Bibliotheken nämlich ihr Angebot immens vergrößern können. „Die Bibliotheken haben immer noch die gleichen Missionen wie früher, sie müssen sich aber natürlich den neuen Gegebenheiten anpassen“, sagte die BnL-Direktorin.

Die Aktion „Journées du livre et du droit d’auteur au Luxembourg“ wurde im Jahr 2007 von damals sieben Partnerorganisationen ins Leben gerufen und fand an nur einem Tag statt. 2017 waren 14 Akteure an Bord und die Veranstaltungen - rund 50 waren es quer durchs Land - dehnten sich auf ganze sieben Tage aus. Das ist in der Tat ein schöner Erfolg, der den wichtigen Stellenwert des Buchs zweifelsohne verdeutlicht.