DIFFERDINGEN
LIZ MIKOS

Kinder lernen im „Science Center“ das Leben im Weltall näher kennen

Der internationale Wettbewerb „Mission X - Train Like an Astronaut“ findet in diesem Schuljahr bereits zum zehnten Mal weltweit statt. In diesem Jahr nimmt Luxemburg erstmals an diesem innovativen Projekt teil. Die amerikanische und europäische Weltraumorganisationen NASA und ESA haben für „Mission X“ eine Reihe von Übungen entwickelt, die Kindern mit viel Spaß das Leben und die Lebensweise von Astronauten näherbringen. Sie werden in den Disziplinen Weltraumwissen, Bewegung, Sport und Ernährung spielerisch darauf hingewiesen, wie ein Astronaut lebt und sich fit hält. Die aktive Phase des Projekts findet von Januar bis April 2020 in den Schulen statt und wird in unterschiedlichsten Unterrichten mit eingebracht. Die „Missionen“ sind explizit nach dem Training echter Astronautinnen und Astronauten bei der NASA und der ESA konzipiert. In den letzten Jahren haben bereits tausende Kinder mit Erfolg am Wettbewerb teilgenommen. In Luxemburg haben sich derzeit schon mehr als 320 Kinder für den Wettbewerb eingeschrieben. Bereits gestern konnten sich die ersten rund 120 Grundschüler im Alter von zwischen acht und zwölf Jahren im Differdinger „Science Center“ einen ersten Einblick in diese faszinierende Welt verschaffen. Begleitet von ihren Lehrern und Lehrerinnen, wurden sie in drei Teams - die internationale Raumstation ISS, der Mond, und der Planet Mars - eingeteilt und haben in unterschiedlichen Ateliers verschiedene Aspekte erforscht, die für wahre Astronauten unumgänglich sind. Die Begeisterung dabei war riesengroß.

Für die Gesundheit

In erster Linie geht es bei diesem Projekt darum, den Kindern den Sport und die gesunde Ernährung wieder näherzubringen. In einer schnelllebigen Zeit, in der bereits Kinder viel zu oft auf Bildschirme starren, fordert es aber natürlich besondere Maßnahmen, wenn man das Interesse an Themen wie Sport wieder steigern will. Wie der Name des Wettbewerbs, „Train Like an Astronaut“, es schon andeutet, erfahren die teilnehmenden Kinder am eigenen Körper, was es heißt, sich gesund zu ernähren und fit zu halten. Manche Klassen haben bereits einige Aktivitäten getestet, das mit einem erstaunenden Ergebnis, was die Motivation der Kinder angeht. „Nimmt man beispielsweise ein Kind, das Seilspringt, was eigentlich eine recht banale Beschäftigung ist, und liegt ihm eines dieser riesigen Kissen unter, ist der Ansporn schon viel höher. Wenn man den Kindern erklärt, dass das die Art und Weise ist, wie ein Astronaut sich auf seine Missionen vorbereitet, steigert das den Reiz ungemein“, erklären die Mitarbeiter des Differdinger „Science Center“.

Der Reiz liegt aber auch darin, dass Länder der ganzen Welt mitwirken. Kanada und Südkorea sind hier nur einige Beispiele der Teilnehmer. Für die Challenge gibt es eine Reihe von Unterrichtsmaterialien, die im Sport-und Sachkundeunterricht genutzt werden können. Das Lehrpersonal kann sich selbst überlegen, wann und welche Übungen mit den Klassen ausprobiert werden. Die Missionen dauern in der Regel rund eine halbe Stunde. Für jede absolvierte Mission erhält die Klasse 5.000 Punkte, die den „Mission X“-Maskottchen Luna und Leo auf ihrer Reise zum Mond helfen. Online kann der Fortschritt der Klassen anderer Länder beobachtet werden. In ihrer Klasse werden die Kinder ein großes Poster anbringen, an dem sie ihren Weg zum Mond stets mitverfolgen können.

Spaß am Lernen

Dass zu Unrecht an der Wissbegierde der Kinder gezweifelt wird, wurde gestern im Differdinger „Science Center“ ganz klar gezeigt. Bei den verschiedenen Workshops konnten die Kinder mit Wissen und Interesse glänzen. Kaum waren Fragen ausgesprochen, flogen auch schon die Hände in die Luft, weil jedes als erstes antworten wollte. „Es ist schön, wenn Kinder zeigen können, was sie selbst schon alles wissen. Das Feedback ist auch immer sehr positiv, da sie Dinge praktischer erlernen als in der Schule. Man merkt immer die Begeisterung, wenn sie etwas anderes sehen als den Schulalltag“, verrät Sarah Roth, Mitarbeiterin des „Science Center“. Besonders gut kamen natürlich die Aktivitäten an, in denen die Kinder selbst Hand anlegen konnten. So wurde beispielsweise die Prinzipien des Vakuums und des Luftdrucks erklärt. Zwei metallene Halbkugeln wurden aufeinander gedrückt und dem Innenraum wurde die Luft entzogen. Hier konnten die Kinder bei einer Art Tauziehen testen, wie schwer es ist, gegen ein solches „Nichts“ anzutreten. Die Kraft von insgesamt acht Kindern hat es benötigt, um die Halbkugeln wieder voneinander zu trennen. Staunen, Lachen und glänzende Augen erfüllten den Raum. Genauso war es auch, als sie die Videobotschaft des ISS-Kapitäns erhielten, der ihnen zeigte, wie es sich auf einem solchen Raumschiff lebt und vor allem, wie dort trainiert wird. Wie anders sportliche Einheiten im All durchgeführt werden müssen - wegen der fehlenden Schwerkraft - sorgte für große Faszination. Nach kleinen Trainingseinheiten ging es dann zum Thema Ernährung über. Auch hier staunten die Kinder nicht schlecht, als sie erfuhren, wie Astronauten sich ernähren. Getrocknete Apfelringe waren ein Beispiel für dehydrierte, also getrocknete Nahrung.

Für das praktische Training dienten die Aktivitäten in einem dritten Raum. Als Team traten die Klassen gegeneinander an, rannten und hüpften über Hindernisse, bevor sie dem nächsten Teammitglied mit einem Abklatschen signalisierten, dass sie als nächstes dran sind. Für große Begeisterung und eine ordentliche Portion Schwindel sorgte dann der Simulator, ein Stuhl, der sich in sämtliche Richtungen drehte und den Kindern vorführte, wie Astronauten in ihrem Raumschiff durchgewirbelt werden.

Wer sich noch für die „Mission X“ anmelden möchte, kann dies hier tun: www.esero.lu/competitions/missionx