LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Plankton Waves veröffentlichen am Freitag eine neue EP

Fast drei Jahre hat es gedauert, bis Michel Flammant und Natalie Pickar, alias Plankton Waves den Nachfolger der EP „Unduriel“ im Kasten hatten. 2012 gab es ein kleines Lebenszeichen mit der Single „Cloud Caravan/We Are“, die schon andeutete, wie das Duo sich künftig musikalisch ausrichten würde.

Klassische Instrumente, wie Gitarre oder Bass wurden seither praktisch nicht mehr eingesetzt. Dafür wurde eifrig in die Anschaffung von Analog-Synthesizern investiert, die nun verstärkt auf der neuen EP zu hören sind, welche an diesem Freitag im Exit07 vorgestellt wird. Die fünf neuen Songs sind dunkler und kälter als das ältere Material der Band, sind jedoch nicht unbedingt im Darkwave-Bereich anzusiedeln. Sie erinnern aber sporadisch an das Material der Dänen von The Knife.

Eigentlich sollte schon im Oktober 2012 ein ganzes Album von Plankton Waves erscheinen. Wieso hat es länger gedauert und aus welchem Grund bringt ihr nun doch eine EP heraus?

Michel Flammant Oktober 2012 war ein Datum, das wir uns als angepeiltes Ziel gesetzt hatten. Wir haben an einem ganzen Haufen verschiedener Songs gearbeitet, einige wurden wieder verworfen, an anderen haben wir intensiver gearbeitet, wiederum andere haben sich ständig verändert. Irgendwann im Laufe des Jahres haben wir dann festgestellt, dass einige Songs ein gemeinsames Thema und eine gemeinsame „Atmosphäre“ hatten. Wir haben uns auf diese Songs konzentriert, was eben länger gedauert hat als ursprünglich geplant, und das Resultat liegt nun in Form unserer neuen EP vor. Die anderen Songs hätten stilistisch und thematisch nicht recht dazu gepasst und werden vielleicht später in anderer Form veröffentlicht.

Gibt es ein Leitthema, das die neuen Stücke miteinander verbindet?

Flammant Das Leitthema ist im Titel „Songs Of Endings“ recht offensichtlich umschrieben. Es geht um „Endings“ - also Ende, Beendigung oder Untergang - sei es auf persönlicher, abstrakter oder physischer Ebene. Jeder Song beschäftigt sich auf eine eigene Weise mit dem Thema.

Dieser Leitfaden hat teils autobiographische Züge, wird aber in den Songs verschlüsselt, verfremdet und abstrahiert. Ein Ende ist, wie man ja sagt, immer ein Anfang. Es bleibt aber trotzdem ein Ende, welches oft schmerzhaft ist und der neue Anfang schließt sich nicht direkt an, obwohl oft schon ein vielleicht unbewusster Keim vorhanden ist. Und eben diese Zone zwischen Ende und Anfang ist für uns interessant. Diese gewisse Leere, die Melancholie und Nostalgie, die verschwommene Ahnung von etwas Neuem, das Vakuum, das sich langsam wieder auffüllt.

Eure Musik scheint immer düsterer und elektronischer zu werden. Ist das Licht am Ende des Tunnels doch ein Zug?

Flammant Dass unsere Musik elektronischer geworden ist liegt daran, dass wir uns vor einiger Zeit angefangen haben, uns mit analogen Synthesizern zu beschäftigen. Diese Instrumente besitzen eine unnachahmliche Wärme, eine organische Tiefe und sehr direkte und intuitive Handhabung. Wir haben sofort gewusst, dass dies in nächster Zeit unsere Ausdrucksform sein wird.

Dass unsere Musik düsterer geworden ist, war keine bewusste Entscheidung. Wir hatten keinen Plan wie die neuen Songs klingen sollten, sondern haben unseren Gefühlen, unserer Experimentierlust und unserer Intuition freien Lauf gelassen. Insofern kann man sagen, dass diese Songs sehr rein und authentisch sind, quasi die gemischte Essenz von Natalies und meinem Innenleben. Wir sind aber keine Menschen, die zum Lachen in den Keller gehen. Für uns ist die Dunkelheit, die man in unserer Musik findet, kein Tunnel, an dessen Ende man kommen muss, und aus dem es als Entrinnen nur das Licht oder der Zug gibt. In unserer Musik sind wir immer auf der Suche nach einer Art von Schönheit. Und richtige Schönheit erhält erst Tiefe durch eine gewisse Dunkelheit.

Welche Bands inspirieren euch derzeit am meisten?

Flammant Es gibt zwar einige Bands, die wir sehr mögen, Inspiration beziehen wir aber weniger aus Musik denn aus unserem Leben und Umfeld. Bestimmte Ereignisse zeugen Gedanken, Gefühl, oder Satzfetzen, welche sich festsetzen und in einen Song einfließen. Träume sind auch zumindest für eine Hälfte von uns eine sehr intensive Inspirationsquelle.

Am Freitag wird die neue EP live im Exit07 vorgestellt. Gibt es Neuerungen oder vielleicht auch Überraschungen in der Instrumentierung auf der Bühne?

Flammant Die Instrumentierung hat sich nicht geändert, optisch wird es aber einige Neuerungen geben. Außerdem werden wir im Anschluss an unser Konzert erstmals den neuen Videoclip für den Song „Warriors“ zeigen. Es ist also nicht nur eine EP-Release, sondern auch eine Video-Release.

Werdet ihr die neuen Songs auch im Ausland promoten?

Flammant Da die physische Ausgabe der EP sehr limitiert ist, werden die Songs hauptsächlich als Downloads zur haben sein. Wir werden sie auf jeden Fall promoten, eben hauptsächlich über Blogs und soziale Netzwerke, aber auch durch Konzerte im Ausland.
planktonwaves.com