PASCAL STEINWACHS

Das war‘s dann wohl vorerst mit der internationalen Karriere unseres Premierchefs. Zum Abschied noch ein paar flotte Sprüche für die Kameras und ein paar deftige Schmatzer auf die Glatzen der anwesenden EU-Finanzminister, und die Sache mit dem Eurogruppendings war gegessen. Die obliegt nun dem „roten Ingenieur“, wie Dijsselbloem in Holland wegen seines sozialdemokratischen Temperaments genannt wird, und der ist bekanntlich ganz anders als sein Vorgänger - vor allem zurückhaltender.

Der www-„Spiegel“ ist jedenfalls jetzt schon total begeistert, scheint der Niederländer „im Gegensatz zum redseligen Juncker, der mit unbedachten Äußerungen häufiger mal den Euro-Kurs beeinflusst hat“, doch „ein hohes Maß an Selbstdisziplin zu besitzen“. Souverän habe er in der Pressekonferenz denn auch aktuelle Fragen nach einem Rettungspaket für Zypern und Bankenhilfen für Irland abgewehrt, und er wolle auch nicht kommentieren, ob der Euro-Kurs zu hoch oder zu niedrig sei, so Dijsselbloem bei seinem ersten Auftritt. „Die kleine Spitze gegen seinen Vorgänger sitzt. Juncker, der gerade erst mit Äußerungen zum Euro-Kurs Schlagzeilen gemacht hat, protestiert: Er sei falsch zitiert worden“.

Manche Dinge ändern sich nie...