LUXEMBURG
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Notlandung einer einmotorigen Maschine sorgt für zeitweilige Sperrung des Findels - hunderte Passagiere betroffen

Einen Pilotenalbtraum - den Ausfall aller elektrischen Systeme - hat am Dienstagabend gegen 21.30 der Pilot einer einmotorigen Privatmaschine erlebt: Kein Funk, kein Licht, kein gar nichts. Dem Piloten gelang es aber seine Maschine sicher zum Flughafen Findel zurückzubringen und mit eingezogenem Fahrwerk auf der Wiese neben der Startbahn zu landen - eine klassische Bauchlandung. Der gefährlichste Aspekt war der Anflug auf den Flughafen ohne Kenntnis des Towers - mangels Strom. Zum Glück gab es zu diesem Zeitpunkt keine anderen ankommenden oder abgehenden Flugzeuge. Am Mittwochmorgen wurde dem Piloten daher bei einer Pressekonferenz richtiges Verhalten bescheinigt.

Allerdings teilte uns Jängi Birgen vom Aero-Sport auf unsere Anfrage hin mit, dass es sich bei der Piper PA 28, einem Tiefdecker, nicht um eine Maschine aus dem Mitgliederbestand des Clubs handelt, wie allgemein verbreitet werde. Richtig sei, das dieses Flugzeug aufgrund seiner Kennung „Papa Hotel“ (PH) in den Niederlanden registriert sei. Fast gleichzeitig erreichte auch eine schriftliche Stellungnahme des Präsidenten des Aero-Sport, Frank Mack, die Redaktion in der er ebenfalls darauf verweis, dass es keinerlei Verbindungen zum Club gibt.

Umleitungen nach Hahn und Lüttich

Die Notlandung führte aus Sicherheitsgründen zu einer Sperrung des Flughafens. In der Folge wurden ankommende Linienmaschinen, vor allem der Luxair, nach Hahn und Lüttich umgeleitet. Wo sie etliche Stunden warten mussten oder Passagiere wegen Flugzeitüberschreitung der Crew per Bus nach Luxemburg gebracht wurden, so in einem Fall von Hahn nach Luxemburg. Der Ablauf auf dem Hunsrückflughafen verlief allem Anschein nach reibungslos.

Erheblich chaotischer war die Lage der Fluggäste einer Maschine der Luxair die, aus Hurghada kommend, in Lüttich landen musste. Die Passagiere mussten stundenlang, soll heißen die ganze Nacht, auf Busse warten, die sie nach Luxemburg bringen sollten, da ein Weiterflug nicht möglich schien. Die Passagiere trafen erst im Laufe des Tages per Bus in Findel ein. Offenbar durch einen Kommunikationsmangel innerhalb des Flughafens Lüttich war die Luxair-Maschine zwischenzeitlich leer nach Luxemburg geflogen - in der Annahme die Passagiere seien längst per Bus unterwegs.

Am Flughafen Luxemburg waren natürlich ebenfalls ausgehende Maschinen betroffen, darunter ein Flug von Ryan-Air, die Passagiere übernachteten zum Teil auf Feldbetten, auch das Flughafenrestaurants wurde in der Nacht wieder geöffnet.

Für wenig Freude bei den wartenden Passagieren auf dem Flughafen Findel sorgte die Tatsache, dass die Maschine des französischen Präsidenten - de jure eine Militärmaschine - dann starten durfte…