LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Lange Tatenliste: 21-Jähriger muss sich vor Gericht verantworten

Der 21-jährige Joé W. ist wegen einer ganzen Reihe von Straftaten Diebstähle angeklagt. Er gilt als Kleinkrimineller: Seine Taten beziehen sich in aller Regel auf Bagatellfälle.

Die Justiz gab W. schon mehrmals Zeit, sein Handeln zu überdenken. Doch bei W. blieb wohl der Lerneffekt aus. Er beging weitere Straftaten. Auf seinen Diebestouren schreckt W. mittlerweile auch vor Drohung und Gewalt nicht mehr zurück.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Körperverletzung, Verkauf von Drogen, Diebstahl, Diebstahl mit Hilfe von Gewalt und Drohungen, Vertrauensmissbrauch.

Alles Straftaten, die laut Staatsanwaltschaft gerichtliches Vorgehen erfordern und nicht übers Knie gebrochen werden können.

Handy- und Fahrradklau

Am 7. September 2015 soll W. in Heffingen mit einem anderen Mann zwei Fahrräder gestohlen haben. W. bestreitet das. Vor Gericht hat er eine abenteuerliche Erklärung. Er hätte an diesem Tag von 8.00 bis 18.00 gearbeitet. Mit dem Fahrradklau habe er nichts zu tun.

Allerdings hatte der Bruder des Mittäters am besagten Tag beobachtet, wie W. unter dem Jubel seines Bruders die Fahrräder gegen ein Geländer geworfen habe. In der Nacht vom 4. auf den 5. Januar 2015 soll W. in der Oberstadt Luxemburg ein Handy geklaut haben. Am 27. Januar 2015 schlägt er in der Rue Philippe in Luxemburg/Stadt einem Mann mit der Faust ins Gesicht. Der andere soll ihn bedrängt haben, „ech hunn him der do zwou op d’Nues ginn“, sagte W..

Am 8. September 2016 soll W. gegen 21.40 im Schnellimbiss Quick im Bahnhofsviertel einem jungen Mann eine Gucci-Kappe im Wert von 195 Euro vom Kopf gerissen haben. Zuerst bestritt W. die Tat. Dann sagte er zum Richter: „Wann ech gedronk hunn, da wees ech oft net, wat ech maachen.“ Das Opfer erklärte, da er Angst um seine Gesundheit hatte, hätte er sich der Tat durch W. gebeugt.

Am 23. September 2016 klingelt W. in der Joseph Junck Straße an der Tür eines Hotels. Der Portier macht ihm auf und sagt ihm, das Hotel sei ausgebucht. Weil er dringend anrufen müsste, nutzte W. die Gelegenheit und fragte nach einem Handy. Der Portier gab ihm das Handy, das W. einsteckte und gleichzeitig auch die Kasse forderte. Die Videoüberwachung war ausgeschaltet. Die Tat wurde somit nicht aufgezeichnet. Das Handy wurde später wiedergefunden.

Dass W. bereits wegen ähnlicher Delikte „auf Bewährung“ war, stimmte das Gericht nicht gerade versöhnlich. Die Anhäufung seiner Taten gebe zu denken, fand am Dienstag der Vorsitzende Richter Marc Thill. Für das Gericht bekommt der Fall damit eine andere Gewichtung.


Der Prozess wird heute fortgesetzt