LUXEMBURG
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Bedrohte Tierarten in Bergregionen: Luxemburg finanziert Programm der UN-Umweltbehörde

Klimaschutz verbinden mit dem Schutz der Artenvielfalt: Das ist der Gedanke hinter der luxemburgischen Finanzierung des Programms „Vanishing Treasures“ der UN-Umweltbehörde. Ziel ist es, vom Klimawandel bedrohte Arten in Bergregionen zu erhalten, genauer gesagt den Bengal-Tiger, den in Zentralasien vorkommenden Schneeleoparden sowie den Berggorilla. Neun Millionen Euro stellt Luxemburg für das Programm über vier Jahre bereit. Damit soll herausgefunden werden, wie viele Tiere es in einer Region gibt, inwieweit sich der Klimawandel regional auswirkt, wie Habitate wiederhergestellt und wie die Menschen vor Ort unterstützt werden können. Den Fokus auf Bergregionen zu legen hat noch einen anderen Grund: die Auswirkungen des Klimawandels sind dort viel deutlicher zu spüren als in anderen Regionen.

Matthias Jurek, Manager des Programms bei den Vereinten Nationen, veranschaulichte gestern die Auswirkungen folgendermaßen: So seien Schneeleoparden eigentlich sehr anpassungsfähig und ziehen in andere Gebiete. Dadurch kann es aber sein, dass bestehende Schutzgebiete unwirksam werden und auch das Zusammenleben mit dem Menschen aus dem Gleichgewicht gerät. Gerät indes der Bestand der weniger anpassungsfähigen Berggorillas in der Virunga-Region (im Grenzgebiet zwischen Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo) durch den Klimawandel in Zukunft in Gefahr, hätte das angesichts des ausgeprägten Gorillatourismus auch wirtschaftliche Folgen, um ein anderes Beispiel zu geben. Mit dem Programm sollen Gebirgsregionen, mit denen zahlreiche Ökosystemdienstleistungen -etwa Energie aus Wasserkraft, Wasserquelle oder Ressourcen wie Mineralien und Weiden - verbunden sind, stärker in den Fokus rücken.

Bei der Vorstellung des Programms erinnerte Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng) gestern daran, dass Luxemburg zwischen 2014 und 2020 120 Millionen für die Klimafinanzierung in Entwicklungsländern zur Verfügung stellt, von denen heute bereits fast 100 Millionen fest verplant sind. 45 Millionen Euro davon für Projekte im Bereich der Anpassung an den Klimawandel. Angesichts des sechsten globalen Artensterbens helfe Luxemburg auf diese Weise anderen Ländern bei der Klimaanpassung und leiste gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität, ergänzte die Grünen-Politikerin.