Luxemburg hat sich auf internationaler Ebene verpflichtet einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, zum einen sollen die Treibhausgase bis 2020 um 20 Prozent im Vergleich zu 2005 reduziert werden, zum anderen soll der Anteil erneuerbarer Energie auf 11 Prozent erhöht werden.
Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen hat der Staat 2013 den Klimapakt zusammen mit den Gemeinden ins Leben gerufen. Dafür wurde ein Abkommen in Form von einem Gesetz zwischen Staat und den Gemeinden auf freiwilliger Ebene geschlossen, Ziel dieses Paktes ist es die Gemeinden technisch und finanziell zu unterstützen, damit sie ihren Energieverbrauch und ihre Treibhausemissionen verringern. Der Klimapakt läuft Ende 2020 aus. Von den 105 Gemeinden Luxemburgs nehmen bereits 95 Gemeinden an dem Pakt, der auf dem europäischen Programm „European Energy Award“ (EEA) aufbaut, teil.
Praktische Umsetzung
Zunächst wird die aktuelle Situation der Gemeinde in Bezug auf Energie und Klima erfasst und auf ihre Stärken und Schwächen untersucht. Dann wird ein Aktionsplan mit Verbesserungsmöglichkeiten ausgearbeitet, der die Gemeinden zu einer nachhaltigen Energie-, Verkehrs-, Klima- und Umweltpolitik führt. Kernelement der Umsetzung ist die „Klima-Mannschaft“ die sich aus Gemeindeverantwortlichen, Experten und Bürger zusammensetzt.
Unter Leitung eines Klima-Beraters wird das Programm aufgestellt und ausgeführt. Basis ist ein von der EEA ausgearbeiteter Katalog der 79 Maßnahmen in sechs Kategorien umfasst.
Anhand dieses Kataloges werden die Energie- und Klimaschutzaktivitäten der Gemeinden von externen Auditoren überprüft und bewertet. Im Anschluss an das Audit werden drei Zertifikationen vergeben: › 40 Prozent der möglichen Punkte = Zertifizierungsstufe 1; › 50Prozent = EEA, › 75 Prozent = EEA-Gold.
Neue Zertifizierungen
Am Mittwoch wurden im Naturpark Our Zentrum Park Hosingen in Anwesenheit von Staatssekretär Camille Gira die neuen Zertifikate verliehen. Nachdem Gira auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit vom Staat mit den Gemeinden in der Klimapolitik hingewiesen hatte sprach er von der kommenden Klimakonferenz in Paris, wo ein weltweiter Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz festgelegt werden soll. „Auch wenn es zu keiner Einigung kommen sollte, will Luxemburg konsequent an den festgehaltenen Zielen festhalten“, meinte Gira. Vor der eigentlichen Verleihung stellten Gemeindevertreter der mit der EEA-Gold Zertifizierung ausgezeichneten Gemeinden die bereits realisierten Projekte vor.



