LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Das „Institut Luxembourgeois des Administrateurs“ fokussierte seinem „Directors’ Day“ darauf

Während die Staaten sich in Buenos Aires auf dem G20 über Migration und Klimafragen unterhalten, spielt dieses Thema in Luxemburg auch eine Rolle; und zwar konkret bei der Ausbildung zukünftiger Verwaltungsräte. Der Verwaltungsrat ist oberstes Aufsichts- und Gestaltungsorgan einer Aktiengesellschaft.

In den vergangenen zwei Tagen lud das „Institut Luxembourgeois des Administrateurs“ (ILA) in die Handelskammer zu „The Future Director’s Role in Leading Business Adaptation to the Reality of Climate Change and mobilize New Technologies“. So lautete das Thema des traditionellen „Directors´ Day“. Eingeladen waren vor allem junge und angehende Verwaltungsräte von 30 bis 45 Jahren, denen die ILA nahe bringen wollte, wie sie die Realität des Klimawandels im Geschäftsleben berücksichtigen. Es ging also gar nicht mehr um das von Trump so oft hinterfragte ob, sondern das wie. Darüber hinaus ist die ILA einflussreich, ist sie doch der Ansprechpartner für Kurse, um angehende Verwaltungsräte zertifizieren. Das 2005 gegründete Institut hat schon zahlreiche Aufseher ausgebildet. Wer hier war, sitzt nicht nur in den Aufsichtsgremien von Luxemburger Unternehmen, sondern auch in denen großer Konzerne im Ausland.

Gastredner war Prof. Ravi Fernando aus Sri Lanka, der am „INSEAD Social Innovation Centre“ der sehr angesehenen Pariser Hochschule residiert und darüber hinaus auf eine Karriere bei multinationalen Konzernen zurückblicken kann. Heute hat er sein eigenes Unternehmen, die „Global Strategic Corporate Sustainability Pvt.Ltd.“. Aber auch andere Größen wie ILA-Chairman Raymond Schadeck, CSSF-Chef Claude Marx oder EuroDNS-Gründer Xavier Buck sowie die Hochschulprofessorin Hedda Pahlson-Moller hielten Vorträge.

Sie sprachen über Risikoantizipation und Management, strategische Nachhaltigkeit, Möglichkeiten zur Änderung und den Einsatz neuer Technologien wie künstlicher Intelligenz, Nanotechnologie, 3D und graphenbasierte Wasserentsalzung. Auch geopolitische Risiken und Chancen standen auf dem Plan. Prof. Fernando verwies auf die Vorreiterrolle vieler europäischer Länder und die Möglichkeiten Luxemburgs im Fondsbereich. Am Ende erhielten Absolventen der Kurse ihr Zertifikat. Die Veranstaltung zeigt den neuen Zeitgeist und auch, wie ernst die ILA den Klimawandel nimmt. Damit ist sie der Politik weit voraus. ILA-Chairman Schadeck hatte bereits am Mittwoch auf einer Veranstaltung des „Microfinance and Development Fund“ und des „Forestry and Climate Change Fund“ über das Thema gesprochen. Auch hier waren Prof. Fernando und Pahlson-Moller anwesend. Hakan Lucius von der Europäischen Investitionsbank hatte am gleichen Abend darauf hingewiesen, dass es nicht nur mehr heiße Tage gibt, sondern auch die gemessene Temperatur dieser Tage gestiegen ist. Doch so lange jeder bei seinem Lebensstil bliebe, sei mit einer Änderung nicht zu rechnen - dafür aber mit weit mehr Klimaflüchtlingen überall auf der Welt.