MONDORF
LEX DELLES

Für viele Schüler fängt heute der Ernst des Lebens an, für andere geht er weiter. Es gibt zahlreiche Neuerungen.
„Zum Schulanfang treten jede Menge wichtige Neuerungen im Luxemburger Bildungswesen in Kraft. Dies betrifft die Betreuung der Kleinkinder, die Grundschule und den Bereich des Sekundarunterrichts.
Das Ziel dieser Neuerungen ist die kontinuierliche Anpassung unseres Bildungswesens an die verschiedenen Bedürfnisse der Kinder und der Jugendlichen.
So wird in nahezu allen Kindertagesstätten die mehrsprachige Frühförderung eingeführt. Die Sprachen sind bewiesenermaßen von höchster Bedeutung für den späteren Erfolg in der Schule. Außerdem stehen jedem Kind nun 20 Gratisstunden an Betreuung zu. Dies kann für Familien zu einer Entlastung von bis zu 4.000 Euro im Jahr führen. Es geht Bildungsminister Claude Meisch um eine qualitative Kinderbetreuung und faire Bildungschancen für alle Kinder!
In der Grundschule wird der bisherige Schulinspektor durch regionale Direktionen ersetzt, die je nach Region aus drei bis fünf Personen bestehen. Dies bedeutet eine größere Nähe zu Schülern, Lehrern und Eltern. Weiter werden 70 in der Pädagogik spezialisierte Lehrkräfte ihren Dienst antreten. In den zwei kommenden Jahren wird das Kontingent durch zusätzliche 80 Posten verstärkt.
Mit großer Unterstützung der Schulleitungen und der Lehrerschaft tritt in der Sekundarschule überdies das ambitionierte Reformpaket in Kraft. Es geht um eine stärkere Autonomie und Profilierung der jeweiligen Schulen, um die Neuordnung des Untergrad des ‚Enseignement Secondaire Général‘, die flexible Neuausrichtung der Sektionen im ‚Enseignement Secondaire Classique‘ und ein neu strukturiertes Abschlussexamen.
In der Grund- und in der Sekundarschule werden nun obligatorische Schulentwicklungspläne erstellt. Dies erlaubt eine bessere Anpassung an die Bedürfnisse der Schulen, je nach Regionen und Schülern. Aus dem Grundverständnis heraus, dass faire Erfolgschancen nur mit unterschiedlichen Schulen für unterschiedliche Schüler möglich sind, wird auch das Angebot der internationalen Klassen mit deutsch-, französisch- und englischsprachigen Klassen erweitert. Dies gilt sowohl in der Grundschule also auch im Sekundarunterricht.
Die DP hat sich über Jahre hinweg dafür eingesetzt, dass alle Kinder ab der Grundschule gemeinsam unterrichtet werden sollen. Das Schulfach ‚Leben und Gesellschaft‘ wurde deshalb vor einem Jahr in der Sekundarschule eingeführt. Dies geschieht jetzt ebenfalls in den Grundschulen, das heißt dieses Fach ersetzt den bisherigen Moral- und Sozialunterricht sowie den Religionsunterricht.
All diese Reformen fußen auf der Tatsache, dass die Schule den persönlichen Anforderungen der Schüler am besten entgegenkommt, indem sie deren sozialen und kulturellen Hintergründen Rechnung trägt. Wenn jede Schule sich ein spezifisches Profil geben kann, hat jeder Schüler die Möglichkeit, sich für die Schule zu entscheiden, die seinem Talent am besten entspricht. Und darum geht es schlussendlich: um bestmögliche Bedingungen für jeden Schüler! Allen Schülern, Eltern und Lehrkräften wünsche ich eine erfolgreiche Rentrée.“