HELLINGEN
CHRISTIAN SPIELMANN

Die Kabarett-Truppe von Mars Klein mit einem neuen Programm

Von 1978 bis 1981 präsentierte Mars Klein vier Solo-Kabarett-Programme. Dann wurde es stiller um ihn. Erst 2012 wurde er durch den Theaterregisseur Claude Mangen sozusagen reaktiviert. „Adel braucht Tadel“ hieß sein erstes Programm, bei dem ihn der Musiker Rudi Schubert begleitete. Mittlerweile haben sich Sabine Rossbach, Véronique Kinnen und Martina Roth dazu gesellt. In Hellingen probt die Gruppe zurzeit das neue Programm „Wann e Salamander mat dem Feier spillt. En Donner-Wierder-Wonner“. Aus beruflichen Gründen musste Martina Roth jedoch im letzten Moment absagen. Das „Lëtzebuerger Journal“ besuchte die Truppe im Vorfeld der ersten öffentlichen Vorstellung in Bartringen.

Kabarett für kluge Leute

Das Kabarett von Mars Klein trägt die Abkürzung KMK, was er selbst als „Kluges mit Kritischem“ bezeichnet oder als „Kabarett für kluge Leute“. Der erste Teil beinhaltet ein paar feinfühligere Texte, aber man braucht keine Intelligenzbestie zu sein, um die Wortspielereien zu verstehen. Nur mit traditionellem Kabarett, wie etwa der „Lëtzebuerger Revue“, hat Mars Kleins Programm nichts am Hut. Es ist schon ein Kabarett der etwas anderen Art.

Klein sitzt im Café „Beim geckegen Hinnchen“ und denkt an seine Jugend, seinen Großvater, das Stück Schokolade, das immer für ihn da lag, und den ausgestopften Fuchs. Dann streifen seine Gedanken sein erstes Theaterprogramm, das er als Klein-Kunst bezeichnet. Er rezitiert ein Gedicht von Christian Morgenstern, und Rudi Schubert spielt auf dem Klavier „Das Lied vom Jägersmann“ von Poutty Stein. Klein bemerkt: „Ech hu vun de Grénge kee roude Wak kritt“, womit er unterstreicht, dass er nie irgendwelche Subventionen beantragt hat. Zwei Frauen (Sabine Rossbach und Véronique Kinnen) sitzen ebenfalls im Bistrot und hören, dass er Leute für sein Programm sucht. Sie bieten sich mit ihren Talenten an und präsentieren ihm ein Bestiarium, ein Sammelsurium von Texten und Gedichten, die von Tieren handeln. Es folgen sowohl von den beiden Frauen wie von Klein Reflexionen über Schafe, Gedichte von unter anderem Joachim Ringelnatz, Heinrich Heine, Friedrich Schiller oder Karl Valentin.

Véronique Kinnen hat eine wunderbare Stimme und singt die musikalischen Vertonungen einiger Gedichte durch Rudi Schubert. Übrigens gibt es eine CD mit den Liedern von Mars Klein, die von Schubert vertont wurden: „Mat spatzer Zong“, die man lediglich bei den Auftritten erwerben kann.

Von der LRVP und Touristen

Der zweite Teil ist nicht ganz so literarisch wie der erste. In einem „Sproochdrama“ wird unter anderem aus Dicks‘ (Edmond de la Fontaine) Klassiker „Ech sinn ee groussen Hexemeeschter“ „Ech sinn de grousse Grammaires-Meeschter“. Die „Lëtzebuerger Republikanesch Vollekspartei“ (LRVP) wird gegründet, und es wird über die Monarchie diskutiert. Was wäre, wenn Luxemburg im Jahr 2050 die letzte Monarchie wäre? Interessant und lustig ist die Analyse, wie sich Touristen benehmen oder zu benehmen haben, wie etwa in Indien gegenüber Kühen, die als heilig gelten, was zur Schlussfolgerung führt, dass hier jedes Rindvieh ein Kardinal ist.

Die neuen Texte stammen alle von Klein, der sie in Zusammenarbeit mit seiner Truppe verfeinerte. Der zweite Teil ist lockerer als der erste, weil er aktuelle Themen unserer luxemburgischen Gesellschaft behandelt, die zugänglicher sind als klassische Gedichte. Das Salamander-Programm von Klein dringt tiefer in die Zuschauer als andere Kabarett-Programme im Land. Es klingt vielleicht stellenweise intellektuell, doch mit etwas Konzentration und dem Wissen, dass man sich bei Ringelnatz, Schiller und Co. nicht am Boden vor Lachen krümmt, wird man sich gut unterhalten fühlen und auch mal herzhaft lachen können.


Auf Facebook unter „KabflabunK“ findet man alle Vorstellungen. Premiere ist am 22. Oktober im ArcA in Bartringen um 20.00 Uhr. Eine zweite ist dieses Jahr am 8. November in der „Al Schmelz“ in Steinfort um dieselbe Zeit. Alle weiteren Auftritte sind erst 2020