MONACO/LUXEMBURGPATRICK WELTER

Erste Fahreindrücke vom überarbeiteten Audi A1 Sportback in den Seealpen

Die Seealpen und die Côte d’Azur in der Vorweihnachtszeit bieten bizarre Aus- und Anblicke. Weihnachtsmarktbuden in Monte Carlo und Palmen im Lichterketten-Cocon an der Promenade d’Anglais in Nizza, beides bei Sonnenschein irritierend. Andererseits ist es ein Revier in dem man ein Auto an einem Tag in drei Klimazonen testen kann. An der Küste im Spätsommer bei der Auffahrt in die Berge im Herbst und oben auf den Passhöhen im Frühwinter.

Audi hatte die Presse eingeladen, den überarbeiteten Audi A1 Sportback auf der Straße kennen zu lernen. Auch dafür ist die Ecke zwischen Nizza und Monaco ziemlich perfekt: Autobahnen - leider mit Tempolimit, enge Stadtdurchfahrten insbesondere in Monte Carlo und herrlich kurvige Bergstraßen hoch nach La Turbie oder gleich in Richtung Col de Turini.

Kompakt aber geräumig

Der Definition nach ist Audis Kleinster ein so genannter Subkompakter, sein Urvater der Audi 50 aus den 1970ern erscheint im Gegensatz zum A1 winzig. Der erste Eindruck ist wie immer bei Audi: Wie kriegen die Ingolstädter selbst bei ihrem Kleinsten eine solche Wertigkeit hin? Die Verarbeitung ist absolut untadelig. Die Sitze sind bequem, von „subkompakt“ keine Spur. Die Bezeichnung Sportback steht bei Audi bekanntlich für einen Fünftürer, was einer hohen Variabilität entspricht. Die angestrebte jugendlich sportlich - allerdings auch solvente - Kundschaft kann den A1 mit einer umfangreichen Liste von Zubehör und Sonderausstattungen individualisieren. Auf der Motorseite ist alles geboten: Vom zurückhaltenden Spardöschen, einem 1,4 Liter Dreizylinder TDI Motor mit 90 PS bis zum reißenden Wolf im Schafspelz, dem 1,8 Liter Vierzylinder TFSI-Motor mit 192 PS und 250 Nm Drehmoment. Wohlgemerkt, hier ist von den Normalversionen und nicht von den „S“-Typen die Rede, dort werden noch einmal ein paar zusätzliche Pferde angespannt.

192 PS aus 1,8 Litern bringen jede Menge Spaß

Eigentlich sollte man bei einem Autotest klein anfangen, aber wir starten mit der Top-Version mit 192 PS in Nizza und machen uns auf den Weg nach Monte-Carlo. Das Autobahn-Tempolimit nervt, aber die Beschleunigungswerte sind fantastisch, man schlängelt sich durch den Verkehr wie eine Forelle durch den Wildbach. Die bayerisch-britische Konkurrenz sieht da alt aus.

Audi beschreibt den starken 1.8 TFSI so: „Als stärksten Motor für den neuen A1 und A1 Sportback offeriert Audi den neuen 1.8 TFSI mit 141 kW (192 PS); er mobilisiert im weiten Bereich von 1.250 bis 5.300 1/min 250 Nm Drehmoment. Das Top-Aggregat arbeitet serienmäßig mit der Siebengang S tronic zusammen. Der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert im A1 Sportback: 6,9 Sekunden, bei 234 km/h ist die Spitze erreicht. Der durchschnittliche Verbrauch (laut Norm) beträgt nur 5,6 Liter pro 100 Kilometer (…). Der 1.8 TFSI, der 1.798 cm3 Hubraum aufbietet, steckt voller Effizienztechnologien. Im Teillastbetrieb ergänzt eine zusätzliche Einspritzung ins Saugrohr die Benzindirekteinspritzung FSI. Zwei verstellbare Nockenwellen und das Audi valvelift system, das den Hub der Auslassventile in zwei Stufen umschaltet, sorgen für gute Füllung der Brennräume. (…). Zwei Ausgleichswellen sorgen für hohe Laufkultur.“

Die Zahlenwerte schlagen sich dank des wunderbaren Fahrwerks, das man individuell programmieren kann, in echtem Fahrspaß nieder. Auch wenn wir bei unserer Ausfahrt die soften Einstellungen gewählt haben.

Knallige Farben

Während unser erster Testwagen in Rot und Schwarz unauffällig daher kam, hat Audi ein paar farbliche Knaller im Angebot, die deutlich auf ein jüngeres Publikum zielen, sei es in Schierlingsgrün oder schrillem Hellblau.

Drei Zylinder reichen auch

Aber es muss nicht immer Champagner sein. Am Nachmittag waren wir mit dem kleinsten Benziner in den Bergen unterwegs, dieses Mal handgeschaltet. Aufgrund der Tatsache, dass das Motörchen nur ein Basisgewicht von 88 Kilogramm hat, machen sich auch „nur“ 95 PS aus einem 1,0-Liter-Drei Zylindern nicht schlecht. Der Wagen ist immer noch überraschend agil und gut zu fahren. Auf kurzen Bergaufpassagen fehlt ihm natürlich die Kraft zum flinken Überholen irgendwelcher Handwerkerkombis. Für den normalen Alltagsbetrieb jedoch reicht auch dieser Motor völlig aus.