PASCAL STEINWACHS

Derweil sich der eine, sozialistenmenschliche Spitzenluxemburger zu nachtschlafender Zeit heldenhaft an die Verteidigung Europas macht („Ich würde als Schweizer die Konsequenzen dieses Votums bedenken/Ich bin kein Funktionär/Ich komme nicht vom Berg/Dann ziehen sie doch einfach einen Zaun um die Schweiz“, wie Jean Asselborn bei Anne Will seinem Unmut über das Schweizer „Nein“ zur Masseneinwanderung Luft machte), setzt der andere, christsoziale Spitzenluxemburger Himmel und Hölle in Bewegung, um selbiges Europa endlich regieren zu dürfen. „Die Zeit“ ist jedoch mehr als skeptisch: „Jean-Claude Juncker als EU-Kommissionspräsident? Bitte nicht“, sei dieser, „der zerknautschte Melancholiker“, doch „eindeutig der falsche Kandidat, um die EU in den nächsten Jahren zu führen“.

Wer Juncker in den vergangenen Jahren getroffen habe, der „traf einen müden, mitunter resigniert wirkenden Mann“. Dass der Ex-Premierchef von sich selbst sagt, er sei „ein altmodischer Mensch“, einer, „der die Veränderung um sich herum mit mehr Sorgen als Hoffnung registriere“, gefällt der „Zeit“ noch weniger: „Sorgen hat die EU genug. Was sie braucht, ist Hoffnung“. Und diese stirbt gottseidanklich zuletzt...