LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Frustrierter Autofahrer fährt Polizist über den Fuß - Prozess vertagt

Ein Streit um ein Knöllchen artete aus: Ein Autofahrer fuhr einem Polizisten über den Fuß. Dies ist nicht der einzige skurrile Fall, wenn es um Strafzettel geht. Man kann von Glück sagen, dass niemand ernsthaft verletzt wurde.

Knöllchen sind immer wieder Anlass für rabiate, aber auch ungewöhnliche Reaktionen von Autofahrern. So auch in diesem Fall, der sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft am 31. Januar 2016 an der Kreuzung Rue de Bonnevoie/Rocade in Bonneweg zutrug.

Bei einer Kontrolle hatte eine Polizeipatrouille drei Wagen im Visier, die mitten in einer Straße parkten. Die PKW waren in Höhe des „Peppers-Café“ auf einem Parkplatz, der Lieferanten vorbehalten ist, abgestellt. Deshalb wollten die Polizisten den unbekannten Autobesitzern ein Knöllchen wegen Falschparkens verpassen. Doch für die beiden Autofahrer, die aus dem gegenüber gelegenen Wirtshaus kamen, galt nicht korrektes Parken offenbar als Kavaliersdelikt.

Stahlkappen sei Dank

Weil die Autofahrer eine Verwarnung bekommen sollten, entwickelte sich ein minutenlanger Streit. Der Vorfall sei derart aus dem Ruder gelaufen, dass einer der beiden Autofahrer „völlig von Sinnen war und nur grinste“, wie von einem Polizisten berichtet wurde. Anstatt sich gegenüber den Beamten kooperativ zu zeigen, stiegen die beiden Männer in eins der Fahrzeuge, starteten den Motor und fuhren mit Vollgas rückwärts aus der Einbahnstraße heraus. Ein Polizist musste einen Schritt zur Seite machen. Dem anderen Polizisten war der Fahrer hierbei über den Fuß gefahren. Dank der Stahlkappen in den Sicherheitsschuhen wurde der Fuß nur leicht verletzt. Der Polizist wurde im Krankenhaus behandelt.

Mit überhörter Geschwindigkeit raste das Auto Richtung Casino. Dort blieb der Wagen auf dem Gehweg stehen. Als die Polizisten den Fahrer stellten und ein Alkoholtest fällig war, stieg der Fahrer abrupt aus dem Wagen. Dabei traf die Wagentür den Polizisten. „Upps, ech wëll erausklammen“, soll der Fahrer gesagt haben. Der Fahrer soll auch massiv gegen den von der Polizei angeordneten Alkoholtest gewehrt haben, obwohl dieser negativ ausfiel. „Ween sidd dir dann schon, mir ruffen lo di richteg Police“, soll der Fahrer des Wagens zu den Polizisten gesagt haben. Auch zu ihren Personalien wollten die beiden Streithähne sich nicht so recht äußern. „Bass de blöd oder waat“, soll dann der Polizist gesagt haben. Der Fahrer beklagte sich nachträglich über die angeblich rüde Vorgangsweise der Exekutive bei der Festnahme. Gestern sollte die Sache vor Gericht verhandelt werden und der Fahrer mit seinem Bruder vernommen werden. Leider wurde die Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt.