CLAUDE KARGER

Nein, der „Revue“-Leitartikler ist wahrlich kein Freund des derzeit grassierenden Maßbier-Schweinshaxen-Wahns, dem er am liebsten auf eine Insel „kurz vor Äquatorialguinea“ entfliehen möchte. „Jedenfalls ist es schwer nachvollziehbar, dass immer mehr Menschen hierzulande „Steigerwälder Knutschbär‘n“ und Konsorten als die kulturellen Highlights des Jahres ansehen, bei denen parallel zum „Oans, zwoa, drei – g’suffa!“ das „Mia san mia“ zum Schlachtruf des deutschtümelnden Wir-Gefühls mutiert“, schreibt der Autor. Derart, dass so mancher Beobachter von Außen mächtig verkurbelt ist: zum Beispiel die Macher der „France 2“-Sendung „Tout le monde joue avec la France“ (mit Ex-Luxemburger Stéphane Bern) die am Dienstag bei der Frage nach den längsten Grenzen des Hexagons eine solche mit Deutschland zeigte, die von Basel bis an die Nordsee reicht.... Worauf die sozialen Medien in Belgien und in Luxemburg natürlich umgehend heiß liefen. Längst nicht so heiß allerdings wie bei der Debatte über das Begehren für Luxemburgisch als Amtssprache Nummer Eins, deren Sinn der „Revue“-Autor angesichts der eingangs beschriebenen „grassierenden Vorliebe für etwas so Luxemburg-untypisches“ nicht rafft und mit Sorge beobachtet, wie Rechtspopulisten sich die Petition nun „einverleiben“ um Angst und Ausgrenzung zu schüren. Pfui Deife!