Dass die Hellenen momentan nicht zu beneiden sind, das leuchtet ein, und dass die Situation in Hellenien derart desaströs ist, dass sie eines gar nicht so fernen Tages auf die ein oder andere Art und Weise auf andere EU-Mitgliedsländer überzuschwappen droht, leuchtet ebenfalls ein, aber dass die Erzbistumszeitung jetzt schon den Teufel an die Wand pinselt, indem sie gestern in einem Riesenartikel über „Hunger und Not“ im Großherzogtum klagte („Als Luxemburg hungerte“), das ist dann doch der Schwarzmalerei zu viel.
Da loben wir uns doch Jean Asselborn, der am Sonntagabend mal wieder bei Maybrit Illner (er nannte sie „Madame“ und sie war gerührt) den Optimisten mimte: „Europa ist imstande Berge zu versetzen! Ohne Europa keine Wiedervereinigung, ohne Europa kein Schengen-Abkommen. Europa ist ein Projekt, das Utopien in Wirklichkeit versetzen kann“. Erbost zeigte sich Asselborn („Du kannst nicht nur zocken“) indes über die varoufakischen Vergleiche von Griechenlands Gläubigern mit Terroristen: „Wir in der Europäischen Union sind keine Terroristen. Varoufakis sollte mal einen Abstecher nach Mossul oder Kobane machen“. Als Nicht-mehr-Minister hätte er hierfür ja eigentlich jetzt ganz toll Zeit...


