LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Hochleistung am Herd: Christophe Moreira sucht den Kick in internationalen Wettbewerben

Die Leidenschaft fürs Kochen hat Christophe Moreira früh gepackt, weil seine Mutter in Schichten arbeitete. „Ich war der Älteste und habe mich um das Essen für meine jüngeren Schwestern gekümmert.“ Heute ist der 25-Jährige aus dem belgischen Ixelles, der seit zehn Jahren in Luxemburg lebt, Berufskoch aus Leidenschaft. Ein Lieblingsgericht hat er deswegen nicht, denn die Hauptsache ist für ihn die Lust am Kochen.

Gold für Moreira

Und diese Lust stellt er nicht nur Tag für Tag in seinem Job in Luxemburg unter Beweis, sondern auch bei Kochwettbewerben, bei denen er sich dem Können von mehreren hundert anderen Teilnehmern stellt. Zuletzt hat ihm das bei den „Campionati della cucina italiana“ eine Goldmedaille eingebracht. Die Aufgabe bei dem Wettbewerb bestand darin, zwei Gerichte in 45 Minuten zuzubereiten. Moreira kochte ein Lammfilet mit Kräutern mit einem Zitrusfrüchte-Couscous mit einer Variation aus Gemüse mit Paprika. Dafür gab es am Ende in der Einzelwertung die Goldmedaille als dritten Platz unter 200 Kandidaten.

Nicht das erste Mal, dass der junge Koch auf der großen internationalen Bühne zeigt, was er mit Messer, frischen Zutaten und Herdplatten zaubern kann. Die Teilnahme in Rimini war schon der vierte Wettbewerb in Einzelwertung und der vierte in einem internationalen Teilnehmerfeld. Dabei erwartet die Kandidaten solcher Wettbewerbe eine deftige Mischung aus Stress und Gefühlen. „Es geht sehr stressig zu“, erzählt Moreira. „Aber auf der anderen Seite ist man sehr aufgeregt und freut sich auf das neue Land und die neuen Leute.“ Genau das Richtige für den jungen Koch, und so liebäugelt er für das kommende Jahr bereits mit vier weiteren Kochwettbewerben.

Die Hierarchie in der Küche stellt man sich streng vor, und dass in der Gastronomie viele Arbeitsstunden warten, ist kein Geheimnis. „Wenn man jung ist, ist man 14 bis 16 Stunden auf Arbeit, aber das beschert uns viel Erfahrung.“ Wer in der Restauration arbeiten will, muss das wirklich wollen, glaubt Moreira. „Die Gastronomie muss man wirklich lieben, sonst wird es irgendwann unerträglich.“

Wer eine Karriere in einem wirklich guten Restaurant anstrebt, müsse mit täglich zehn bis zwölf Arbeitsstunden rechnen. „Non stop“, wie der 25-Jährige klarstellt. Moreira kocht derzeit in der Kantine der „Confédération Générale de la Fonction Publique“. Er selbst hat fünf Jahre Ausbildung am „Lycée Téchnique“ Bonneweg absolviert, seitdem hat er in vier Jahren Anstellung Berufserfahrung gesammelt, unter anderem im Château Bourglinster und im Remicher Hôtel Saint-Nicolas.

„Keine Angst vor der Arbeit haben“

Nur für wenige junge Leute ist Koch heute ein Traumberuf. Wer den Schritt trotzdem wagen will, für den hat Moreira einige Ratschläge. „Man sollte sich immer die besten Restaurants suchen und keine Angst vor der Arbeit haben.“ Zudem ist die Teilnahme an Wettbewerben hilfreich, auch das Fragen nach Tipps hält Moreira bei diesem Beruf für unerlässlich.

„Das Ergebnis sieht man nach Jahren harter Arbeit, aber man darf sich nicht entmutigen lassen“, sagt der 25-Jährige und erklärt, dass auch er bei einigen Wettbewerben schlechte Ergebnisse abgeliefert hat. „Heute bringt mich das zum Lachen, denn am Anfang wusste ich nicht viel und hinterher sagt man sich, man hätte es besser machen können, aber so ist es immer.“