CLAUDE KARGER

Am Vortag des großen Prinzenspektakels im „Bommeleeër“-Prozess brachte die „Revue“ gestern ein Interview mit dem Generalstaatsanwalt. Dabei interessierte die Zeitschrift nicht zuletzt die Frage, was passiert wäre, wenn genügend Elemente vorgelegen hätten, um weiter gegen Prinz Jean zu ermitteln. „Dann wären wir nach unserem „Kochbuch“ verfahren, und wir haben bloß eins“, so die biever‘sche Antwort. Keine Extrawürste also. Aber das Strafgesetzbuch müssen demnach andere fürchten. Auch die Befehlshaber aus dem Sicherheitsapparat, von denen keiner ein gutes Bild im Prozess abgab. „Das alles ist extrem peinlich, denn wir arbeiten bzw. haben in der Vergangenheit Hand in Hand mit diesen Leuten gearbeitet. Es ist schier unglaublich“, fasst sich der Chef der Staatsanwälte an den Kopf, der seit Jahren versucht, den Bleideckel auf dem Pott mit der unappetitlichen Bombensuppe wegzudrücken. Ein wenig ist es nach fast drei Jahrzehnten Ermittlungen und 138 Prozesstagen ja auch gelungen. Derart, dass das Unsägliche, was im Pott brodelt, einen immer unerträglicheren Mief verbreitet, der sogar die hartgesottensten Küchenmeister irgendwann spucken lässt. Und wenn sie noch so „geheim“ sind.