LUXEMBURG
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Vereinigung der Bäcker- und Konditormeister präsentiert Rekord-Dreikönigskuchen

Er gehört quasi zum 6. Januar wie das Feuerwerk zu Silvester: Es wird wohl in Luxemburg fast keinen Haushalt geben, in dem an den kommenden Tagen nicht ein Dreikönigskuchen auf dem Tisch steht. Er gehört zum 6. Januar wie das Feuerwerk zu Silvester. Ein besonderes Prachtexemplar wurde gestern von der Bäckerinnung am hauptstädtischen Bahnhof präsentiert. Ganze zwei Meter im Durchmesser brachte der Kuchen aufs Backblech. Doch wer hat den Kuchen eigentlich erfunden? Und wie gelangte er zu einer solchen Berühmtheit, dass gar Rekordversuche mit ihm unternommen werden?

Auch die Goldmünze passt

Der Ursprung des Brauchs ist kaum noch festzustellen - wie so oft streiten sich die Experten diesbezüglich. Viele setzen den Ursprung ins ausgehende Mittelalter. Hier sei es Brauch gewesen, am Dreikönigstag eine Bohne im Festtagskuchen zu verstecken. Der glückliche Finder durfte sich dann einen Tag als König feiern lassen. Als Quelle dient hier das „Stundenbuch der Burgunderherzogin Adelaide von Savoyen“ aus dem 15. Jahrhundert. Es zeigt im Januar eine Tischgesellschaft, die sich um einen großen runden Kuchen versammelt haben. Dass mancherorts auch Lebkuchen verwendet wurden, erfährt man aus den Aufzeichnungen von Sebastian Franck aus dem Jahr 1574 - allerdings mit dem weiteren Unterschied, dass hier an Stelle der Bohne eine Geldmünze als Krönungsinsignien verwendet wurde, wie seinem „Weltbuch“ zu entnehmen ist. Der Brauch hat die Jahrhunderte überlebt und ist auch in Luxemburg Tradition. Bereits im letzten Jahr wagte sich die Vereinigung der Bäcker- und Konditormeister an den Rekord und schaffte einen Kuchen mit einem Durchmesser von 1,40 Metern, der größte, den es in Luxemburg gab - bis gestern. Da wurde der bestehende Luxemburger Rekord erneut etliche Zentimeter verbessert, „zwei Meter haben wir nicht geschafft, es fehlte am passenden Ofen“, sagte Jean-Marie Neuberg.

Werbung fürs Bäckerhandwerk

Der Präsident der Vereinigung nutzte die Chance, um Werbung für seinen Beruf zu machen, was auch der Ehrengast, Parlamentspräsident Fernand Etgen, unterstrich. „Die Bäcker kann man als kreative Frühaufsteher bezeichnen, die noch ein wahres Handwerk darbieten“, sagte Etgen. So freuten sich die Zuschauer und Bahnreisenden, als Etgen ihnen ein Stück des Dreikönigskuchens herausschnitt.

Der Parlamentspräsident seinerseits sprach bei der Verkostung von einem „hervorragenden genussvollen Werk“ und forderte alle auf, am kommenden Sonntag die Tradition des Dreikönigskuchen entsprechend aufrechtzuhalten.