LUXEMBURG
BILL WIRTZ

Auf einer Reisetour die Kulissen der Erfolgsserie „Game of Thrones“ entdecken

Wer von der Fernsehserie „Game of Thrones“ redet, kann es sich fast nicht mehr erlauben, nur noch von einem „Hit“ zu reden, sondern muss es oft zu einem „Mega-Hit“ ausbauen. Die Adaptierung der Fantasy-Bücher des US-amerikanischen Autors George R. R. Martin ist nicht nur richtig eingeschlagen, sondern dominiert momentan auch den Serien-Markt. Der US-Fernsehprogrammanbieter HBO spart für das Fantasyspektakel auch keine Kosten: Die ersten Abenteuer kosteten um die 6 Millionen US-Dollar pro Episode. Bei den neuen Staffeln belaufen sich die Kosten auf zwischen 8 und 10 Millionen.

Bisher stand „Game of Thrones“ (GoT) auf den „Best of“- Listen der „Washington Post“ und des „Time Magazine“. Zufriedene Kritiker sind aber nur ein Teil der Erfolgs der Serie: Die Fans des HBO-Hits leben ihren Eifer für die Geschichte so sehr, dass es kaum möglich wird, als Nicht-Zuseher davon unberührt zu bleiben. Von persönlichen Gesprächen bis zu sozialen Medien, überall findet das GoT-Insiderwissen seinen Weg.

Tourismusrekord in Nordirland

Gedreht wird „Game of Thrones“ in Kanada, Kroatien, Malta, Marokko, Spanien oder Island. Besonders wichtig sind die Drehorte in Nordirland, die als „verfluchter Wald“, „Dark Hedges“oder „Sklavenbucht“ bei Fans den ganz besonderen Effekt auslösen. Tour-Betreiber wie „Game of Thrones Tours“ in Belfast in Nordirland bieten Touren von Belfast, Derry, Dublin und Tollymore an, bei denen Gästen die Kulissen der GoT-Drehorte gezeigt bekommen, darunter auch Teile der Landschaft, die nicht fotografiert werden dürfen. Weite Landstriche wurden vom Produzenten in den USA aufgekauft und zu Privatbesitz gemacht.

Interessant ist der Fan-Tourismus für die Gegend auf jeden Fall. Im Jahr 2016 hatte Nordirland eine Rekordzahl von 2,6 Millionen Besucher, was die Tourismus-Zahlen um 12 Prozent steigerte. Dieser Teil der irischen Insel hat auf jeden Fall guten Grund an diesem Tourismus-Vorteil festzuhalten: Denn der englischen Stadt Liverpool bringt er um die 39 Millionen Pfund im Jahr ein, und das nur wegen den Beatles, also einer Band die es seit den 70er-Jahren nicht einmal mehr gibt. Auch in Island zeigt sich diese faszinierende Entwicklung: Während die Insel im Nordatlantik 2011 noch 566.000 Touristen zählte, schnellte diese Zahl auf über eine Millionen nach der „Game of Thrones“-Premiere im Jahr 2015.

In Nordirland ist GoT so lukrativ, dass verschiedene Städte sich regelrecht um die Drehorte streiten. In Belfast alleine steigt die Anzahl an Reiseanbietern, die spezifisch auf die Serie eingestellt sind, und ein volles Paket anbieten. Eine „Game of Thrones“-Tour beinhaltet Busreisen mit Insidern, die selbst am Set arbeiten oder sogar eine Rolle spielen, gespickt mit detailreichen Erklärungen und sogar Verkleidungen und vorgeführten Schwertkämpfen. Nordirland ist auf jeden Fall im GoT-Fieber: Das städtische Tourismus-Büro verkauft bereits Serienfiguren und andere Fan-Artikel.

Weitere Infos unter www.gameofthronestours.com