LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Zahlreiche Ausstellungen im Rahmen des „European Month of Photography“

Die siebte Ausgabe des Europäischen Monats der Fotografie in Luxemburg (EMoPLux) richtet ihren Fokus auf den menschlichen Körper. Unter dem Titel „Bodyfiction(s)“ werden in der Hauptstadt sowie in Düdelingen und Clerf Werke von Fotografiekünstlern gezeigt, die sich von der gewohnten Sichtweise und der klassischen Porträtierung abwenden und sich stattdessen für eine neue Darstellung des menschlichen Körpers interessieren. Manchmal verstörend, manchmal provokativ, oft ironisch oder skurril. Ästhetik und Erotik stehen nicht immer im Vordergrund, vielmehr geht es beispielsweise um Fragen rund um die Geschlechteridentität oder die biotechnologischen Mutationen sowie um Stereotypen und Klischees.

Einen wichtigen Platz nimmt der EMoPLux seit seiner Einführung im Jahr 2006 im Ausstellungsprogramm des „Musée national d’histoire et d’art“ (MNHA) ein. Weitere Ausstellungen laufen in der Hauptstadt zeitgleich im „Casino Forum d’art contemporain“, in der Villa Vauban, im Cercle Cité, im neimënster, im „Luxembourg Center for Architecture“ (Luca) sowie im „Institut Camões“.

Umfangreichste Schau im MNHA

„Das Thema des diesjährigen Festivals wird die Leute nicht gleichgültig lassen“, war sich Malgorzata Nowara, Konservatorin im MNHA, sicher. Für die Auswahl der Werke zeichnen derweil Paul di Felici und Pierre Stiwer (Café-Crème asbl), die beiden Organisatoren des EMoPLux, verantwortlich. 71 Werke von elf Künstlern - neun Frauen, ein Mann (der einzige Luxemburger: Mike Bourscheid) und ein Transgender - sind in dem Museum ausgestellt. „Wir haben uns viel Mühe gegeben, eine möglichst komplexe Ausstellung auf die Beine zu stellen“, bemerkte Pierre Stiwer beim Presserundgang. „Neun Künstlerinnen, die Fotos von Frauen zeigen: Man kann also fast von einer Ausstellung reden, die den Blick der Frau auf den weiblichen Körper in Szene setzt“, fügte er hinzu.

Die sehr unterschiedliche Annäherung an die Thematik und die diversen Techniken, die genutzt werden, geben einen guten Einblick in das kreative Schaffen der jungen Fotografengeneration und die vielen Facetten der zeitgenössischen Fotografie. Gesichter sind übrigens kaum zu sehen. Eine Ausnahme bildet Mike Bourscheid, dessen Fotografien Performance-Illustrationen sind. Die Expo kann bis zum 29. September besucht werden.

Vielfältiger Blick auf den Körper

Etwas intensiver in das Werk einer Fotografin kann man in der Villa Vauban eintauchen, wo der Finnin Elina Brotherus (*1972) eine Schau gewidmet ist. Sie zählt zu den bekanntesten Vertreterinnen ihrer Generation. Wegen ihrer rigorosen Komposition und Lichtführung ähneln die Aufnahmen der Malerei. Die Ausstellung läuft bis Mitte Oktober. Im Cercle Cité dauert der „European Month of Photography“ bis zum 30. Juni. Gezeigt werden Werke von fünf Künstlern, die ebenfalls deutlich Abstand von der Idealisierung des weiblichen Körpers nehmen, dafür aber eine gute Portion Witz in ihr Werk bringen. Auch im neimënster wird das Thema „Bodyfiction(s)“ unterschiedlich beleuchtet - mal aus einer philosophischen Sicht, mal unter einem gesellschaftskritischen Blickwinkel -, dies von sechs Fotografen bis zum 16. Juni.

Das „Casino Luxembourg“ bietet bis zum 24. Juni in seiner „Blackbox“ ergänzend zur fotografischen Themenbearbeitung ein Videoprogramm, das drei Künstler mit unterschiedlichen Sensibilitäten zeigt, die sich in ihrer künstlerischen Arbeit Fragen der Mutation des zeitgenössischen Körpers in einer posthumanen Gesellschaft widmen. Außerdem wird mit „FEVER“ eine interaktive VR-Erfahrung von Karolina Markiewicz und Pascal Piron geboten.

Alle weiteren Informationen unter emoplux.lu