LUXEMBURGSVEN WOHL

Natur und Bauen müssen sich nicht gegenseitig verdrängen

Begriffe wie „Natur“ und „Konstruktion“ sind nicht unbedingt welche, die sich harmonisch miteinander verknüpfen lassen. Im ersten Wort klingt eine Spur von Ursprünglichkeit und Unberührtheit an, während im letzteren der harte Klang der Industrialisierung und der Moderne mit anhaftet. Dennoch bemüht man sich, beide in Einklang zu bringen. Dass das nicht so einfach ist, darauf weist bereits der Umfang der neuen Broschüre „Nature et construction“ hin: 350 Seiten sollen das Fundament des Einklanges errichten.

Umfassende Übersicht

Erdacht wurde das Werk seitens der „Administration des ponts et chaussées“ sowie der „Administration de la nature et des forêts“. Konkurrenten, möchte man meinen, doch die gelungene Verbindung beider Elemente liegt im Interesse dieser Akteure. Hier werden sowohl Positiv- als auch Negativbeispiele gesammelt und mit Fotos dokumentiert. Als eines der Positivbeispiele dient etwa die Nordstraße, deren Pfeiler untereinander Abstände aufweisen, die es erlauben, dem eventuellen Hochwasser genug Raum zu bieten. Ebenfalls unterstrichen wird der Schutz von Biotopen, etwa von Tümpeln, Mooren und Morasten. Es wird zudem auch noch auf die gesetzlichen Gegebenheiten eingegangen.

Neben den beiden zu Anfang genannten Ämtern haben auch noch das Wasseramt, das Naturmuseum und die Stadt Luxemburg bei der Schaffung dieses Werks mit Hand angelegt. Dabei machen die hier beschriebenen Beispiele und Richtlinien nicht nur ökologisch Sinn, sondern tun auch der landschaftlichen Gestaltung gut, da kulturelle und auch historische Werte der Landschaft bei den Infrastrukturprojekten beachtet werden. Nicht
zuletzt profitiert auch die Lebensqualität von diesen Richtlinien.
Die Publikation kann bei der „Administration des ponts et chaussées“ unter marc.kalbusch@pch.etat.lu oder bei der „Administration de la nature et des forêts“ bei francois.meyers@anf.etat.lu bestellt werden. Eine digitale Version der Broschüre finden Sie unter: bit.ly/19Cp9YO