LUXEMBURG
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Von 789 Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sind 455 Firmen

Luxemburg Die Betreuung von Kindern, welche noch nicht im schulfähigen Alter sind, kann ein lukratives Geschäft darstellen. Ein privater Investor habe sieben Kindertagesstätten in Luxemburg gekauft, um damit sein Vermögen zu steigern. Dies schreibt der LSAP-Abgeordnete Mars di Bartolomeo in einer parlamentarischen Anfrage. Dabei ist der Abgeordnete der Überzeugung, dass diese Strukturen eine Mission zu erfüllen hätten, die allen voran einem öffentlichen Interesse dienen würde.

Große Auswahl für Eltern

Bildungsminister Claude Meisch (DP) lässt in seiner Antwort auf besagte Anfrage durchblicken, dass er diese Einschätzung teilt. So sei es nicht von wesentlicher Bedeutung, ob eine Struktur staatlich konventioniert oder privater, beziehungsweise kommerzieller Natur sei. Stets seien die Interessen der Kinder und deren körperliche, geistige wie auch gesellschaftliche Entwicklung in dieser Hinsicht als das höchste Gut zu betrachten und verfolgen die gleichen Missionen. Die Heterogenität im Angebot sorge für eine größere Auswahl für die Eltern. Insgesamt seien 789 Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder (Services d’Education et d’Accueil, SEA) im Großherzogtum aktiv. 334 davon unterlagen im Dezember 2019 einer staatlichen Konvention, was ein Minus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt. 455 sind dagegen kommerzieller Natur, wobei diese Zahl um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist. Insgesamt hat die Zahl der Strukturen von 2018 auf 2019 einen Rückgang von sieben Prozent erfahren. Die Strukturen werden entweder von kommerziellen Akteuren, wie einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (s.a.r.l.) oder einer Aktiengesellschaft (S.A.), oder solchen, die einer Konvention unterliegen, betrieben. Zu letzteren gehören sowohl Gemeinden, Gemeindesyndikate wie auch Vereine ohne Gewinnzwecke (a.s.b.l.).