LUXEMBURG
INGO ZWANK

Digitale Begleitung und Unterstützung bei Suchtproblemen vorgestellt

In Luxemburg bietet die Jugend- an Drogenhëllef Hilfe und Unterstützung für konsumierende Menschen und für ihr Umfeld. Die Angebote reichen von Basisversorgung bis zu therapeutischen Gesprächen. Doch auch die Hilfe will mit der Zeit gehen…

Sucht-Information und -Beratung online

Gestern hatten nun die Œuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte als Hauptunterstützer sowie die drei luxemburgischen Organisationen im Gesundheitssektor Jugend- an Drogenhëllef, Impuls und „Centre de prévention des toxicomanies (CePT)“ ihr neues digitale Angebot im Bereich Sucht-Information und -Beratung vorgestellt.

Das neue Online-Angebot versteht sich als eine digitale Erweiterung zu den stationären und ambulanten Hilfestellungen. „Ein solches webbasiertes Angebot hat sich mittlerweile international sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis bewährt“, wie es von den Organisationen hieß.

Online findet Beratung statt

Kernstück der App ist die Funktion „OnlineBeratung“. Alle Berater bei diesem Angebot sind Mitarbeiter aus dem Suchtbereich in Luxemburg, also Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiter oder Erzieher, mit verschiedenen Zusatzausbildungen in den verschiedenen Therapieformen mit einer Erfahrung im direkten Gespräch.

Weitere Funktionen in der App sind ein Selbsttest nach Wahl, wo Nutzer ihre Konsumgewohnheiten überprüfen können, mit dem Ziel, dass „wenn das Ergebnis im roten Bereich liegt, doch eventuell ein Gespräch vonnöten sein kann.“ Anhand eines Tagebuches können sie eine Zeit lang ihren Substanzkonsum notieren. In der Rubrik Informationen findet man Grundlageninfos zu den verschiedensten Substanzen.

Thema Cannabis und CBD

Der Anlass für das neue Angebot sei aus verschiedenen Gründen hochaktuell, stehe doch das Thema Cannabis und CBD extrem in der Diskussion der Öffentlichkeit und auch der Fund von Kokain-Rückständen im Abwasser hätte viele Luxemburger hellhörig gemacht, wie es hieß. Der Fokus beim neuen digitalen Angebot liegt aber auch bei anderen Substanzen, unter anderem: Alkohol, Tabak, Heroin sowie NPS-Neue Psychoaktive Substanzen - eben unter dem Aspekt „Kompetente Hilfe immer und überall“. Mit der App und den unterschiedlichen Funktionen soll eine Hemmschwelle abgebaut werden und doch eine Tür für gewisse Hilfe, „professionelle Hilfe geöffnet werden. Wir haben uns den Kunden angepasst, denn eine Notwendigkeit haben wir vor Ort erkannt“, so die Verantwortlichen gestern bei der Vorstellung - dies alles dann über eine gesicherte Leitung. Bei Fragen will man schnellstmöglich antworten, aber alles in der Anonymität.

Man weiß allerdings nicht, wie die App angenommen wird, daher sind die Verantwortlichen froh, dass auch eine weitere Unterstützung des Projektes gegeben ist.


Die App, aktuell auf Deutsch und Französisch, kann kostenlos im AppStore und bei Google Play heruntergeladen werden und auf jedem Handy oder auch Computer genutzt werden - mit Flyern wird in Gemeinden, Schulen und Jugendhäusern auf die App aufmerksam gemacht - www.suchtberodungonline.lu