LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Das Auswahlverfahren für den kommunalen Dienst wird modernisiert

Die Zahlen sprechen für sich: Viele wollen in den kommunalen Dienst, scheitern aber am Zugangsexamen. Nimmt man nur die Zahl der Teilnehmer am Examen, schaffen es zwei Drittel - 759 von 1.107 - nicht. Im Umkehrschluss gelingt es also nur einem Drittel, diese Aufnahmehürde zu überwinden. Nimmt man noch die Zahl derjenigen hinzu, die sich ursprünglich angemeldet hatten(2.079), dann aber gar nicht antraten, sinkt der Anteil der erfolgreichen Prüflinge ins Bodenlose. Diese Zahlen gelten für 2018. Das Problem liegt wohl darin, dass bisher die Bewerber für kommunale Arbeitsplätze „über einen Kamm geschoren“ wurden.

Das soll sich in Zukunft ändern, vor allem werden die Aufnahmetests spezifischer auf die bevorstehende Aufgabe ausgerichtet. So lautete der Grundtenor einer gemeinsamen Pressekonferenz von Innenministerin Taina Bofferding und Marc Hansen, Minister für den Öffentlichen Dienst

„Net just Wëssen offroen, mee Kompetenzen testen, déi d’Leit op hirer Aarbecht an der Gemeng och wierklech brauche - an dobäi och digital Mëttel asetzen. Dës Reform vum Ustellungsexame wäert dobäi hëllefen, dass d’Gemengen di richteg Leit op di richteg Platze kréien,“ lautete ein Statement von Innenministerin Bofferding.

Bereits im März 2019 hatte die Ministerin angekündigt, das Auswahlverfahren zu modernisieren und an die Bedürfnisse der verschiedenen Laufbahnen anzupassen. Zum kommunalen Sektor gehören nicht nur die Gemeinden, sondern auch die interkommunalen Syndikate (Zweckverbände) und Anstalten des Öffentlichen Rechts in kommunaler Trägerschaft.

Analog zur Aufnahme in den Staatsdienst, sollen die Kandidaten zunächst eine allgemeine Aufnahmeprüfung bestehen, bevor sie sich für ein Aufnahmeverfahren in kommunale Dienste einschreiben können. Minister Hansen meinte dazu: „Mit der Schaffung des neuen Bereichs ‚Kommunaler Sektor‘ auf der staatlichen Govjobs-Plattform zentralisieren wir den Rekrutierungsprozess im öffentlichen Sektor immer mehr, so dass der Bürger alle relevanten Informationen an einem Ort und auf transparente Weise finden kann“.

Die neuen Aufnahmetests überprüfen die technischen Kenntnisse, die Fähigkeit zum Informationsmanagement und die sozialen Kompetenzen der Kandidaten. Die Anforderungen der Tests richten sich in Zukunft nach den spezifischen beruflichen Aufgaben in der Gemeinde.

Mit der neuen Unterkategorie „secteur communal“ auf der Plattform „Govjobs“ werden potenzielle Bewerber sowohl über das Jobangebot, als auch den Weg dorthin informiert.

Die Digitalisierung vereinfacht das ganze Verfahren.

Die Minister betonten, dass die Reform der Aufnahmeprüfungen für die kommunalen Dienste nicht vom Himmel gefallen ist, sondern die Folge von gemeinsamen Beratungen des Innenministeriums, des Städte- und Gemeindebundes SYVICOL und der Gewerkschaften ist.

Die Feinarbeit erfolgte durch das Ministerium für den öffentlichen Dienst.

 

govjobs.public.lu/fr/examen-concours.html