LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Radprofi Fränk Schleck ist bis zum 14. Juli 2013 für Wettkämpfe gesperrt

Am gestrigen Mittwoch gab die Luxemburger Antidopingagentur Alad nach drei Anhörungen und sieben Monate nach einem positiven Test ihr Urteil gegen den RadioShack-Radprofi Fränk Schleck bekannt. Am 14. Juli 2012, während der Tour de France, wurde in seinem Urin eine minimale Dosis des Diuretikums Xipamid nachgewiesen. Die Substanz dient der Verschleierung von Dopingmitteln, steht allerdings nicht auf der Verbotsliste der Welt-Antidopingagentur Wada.

Die Alad hat den 32-jährigen nun rückwirkend ab dem Tag des Tests für zwölf Monate gesperrt, eine Geldstrafe bekommt er nicht. Allerdings muss der Verurteilte die Gerichtskosten tragen. Das Urteil wurde kurz nach 18.00 in der „Maison des Sports“ in Strassen verkündet, wobei anschließend der Disziplinarausschuss wie auch Fränk Schleck eine jeweilige Erklärung zum Verdikt abgaben.

Unschuld erneut beteuert

Der Radprofi hat seine Sperre mit gemischten Gefühlen aufgenommen, nach der Stellungnahme des Alad-Präsidenten Robert Schuller aber noch einmal beteuert, er sei unschuldig und es handele sich in diesem Fall nicht um Doping, sondern um eine Verunreinigung von Nahrungsergänzungsmitteln.

„Ich muss diese Entscheidung erst mal verdauen. Die nächsten drei bis vier Tage werde ich mich mit meinem Anwalt Albert Rodesch zusammensetzen und sehen, was unsere nächsten Schritte sein werden. Ich habe alles getan, um zu beweisen, dass ich keine illegalen Mittel genommen oder geschummelt habe“, erklärte Fränk Schleck, der die diesjährige Tour de France nicht fahren wird, da er noch bis zum 13. Juli einschließlich gesperrt sein wird.

Kurze Stellungnahme

„Es ist mir wichtig, meiner Familie und Freunden sowie den vielen Fans, die mich unterstützen, danke zu sagen. Ich verlasse diesen Raum mit erhobenem Haupt und habe mir nichts vorzuwerfen“, so noch Fränk Schleck, der gestern keine weiteren Fragen beantworten wollte.

Das Team des Radprofis hat unterdessen knapp eine Stunde nach der Urteilsverkündung reagiert. In einer Pressemitteilung von RadioShack Leopard Trek heißt es, man sei froh, dass die Antidoping-Autoritäten nun zu einem Verdikt gekommen seien. Man würde aber erst nach einer Analyse des Urteils und der Argumentation des Disziplinarausschusses eine weitere Stellungnahme in dieser Affäre
abgeben.

Möglichkeit der Berufung

Die Alad, der Weltverband UCI, die Wada und der Verurteilte haben nun 21 Tage Zeit, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Das Verdikt der Luxemburger Antidopingagentur können Interessierte auf www.alad.lu nachlesen.