ESCH/ALZETTE
GASTON FREYMANN

Staatssekretär Camille Gira stand Rede und Antwort in Sachen Asphaltfabrik „um Monkeler“

Nachdem Camille Gira, Staatssekretär im Umweltministerium, am vergangenen Dienstag der Firma Lisé & fils die staatliche Genehmigung für die umstrittene Asphaltfabrik im Industriegebiet „um Monkeler“ in Esch erteilt hatte, wurde vorgestern Abend eine Informationsversammlung im Escher Gemeindehaus veranstaltet.

Schätzungsweise dürften es über 300 Zuhörer aus den Gemeinden Esch, Schifflingen und Monnerich gewesen sein, begleitet von ihren jeweiligen Schöffenräten, die gekommen waren, um ihrem Unmut Luft zu machen. Sie klagen über eine bereits schlechte Lebensqualität, die sich mit der Inbetriebnahme der Asphaltanlage noch deutlich verschlechtere.

Bekanntlich hatten die drei Gemeinden ein negatives Gutachten zu diesem Ansiedlungsvorhaben gegeben. Das Grundstück auf dem die Fabrik errichtet werden soll erstreckt sich auf Schifflinger und (größtenteils) auf Escher Territorium.

Überarbeiteter Antrag

Gira konnte nur folgendes feststellen: Er habe das Dossier, das nicht mehr dem entsprochen habe, das der Betreiber vor drei Jahren eingereicht hatte, eingehend auf Herz und Nieren geprüft. Dabei sei er zu dem Entschluss gekommen, dass die eingereichten Unterlagen konform zur luxemburgischen Gesetzgebung seien. So sei es keine Überraschung gewesen, dass er eine Betriebsgenehmigung erstellen musste und so seine Verantwortung übernommen habe. Er sei sich wohlbewusst, sich damit nicht unbedingt Freunde geschaffen zu haben, so Gira. Nun liege der Ball erneut bei den drei betroffenen Gemeinden, die innerhalb einer Frist von 45 Tagen beim Verwaltungsgericht klagen können. Wenn auch für ihn der Vorgang „Asphaltfabrik Lisé & Fils“ im Moment abgeschlossen sei, so fange für ihn das Dossier „Gewerbezone Um Monkeler“ erst an. Es handele sich um eine Zone, die als Ganzes nicht über die erforderliche Kommodo-Genehmigung verfügt. Von den 22 ansässigen Betrieben wurden vier ebenfalls die notwendigen Prozeduren nicht eingehalten. Drei dieser Betriebe sind Bauschuttdeponien. Alle seien angewiesen worden, Ordnung zu schaffen, andernfalls drohe ihnen die Schließung.

Er verstehe auch die Aufregung und den Unmut der Bevölkerung, über das Gewerbegebiet insgesamt. In Sachen Verkehrssituation, habe die neue Dreierkoalition vorgesehen, die Ein-und Ausfahrt zum Gewerbegebiet durch eine Ampelanlage zu verbessern, auch von einer zusätzlichen Anbindung an das Autobahnnetz war die Rede.

Pro Tag 150 zusätzliche LKWs

Des Öfteren wurde aus dem Publikum das enorme Verkehrsaufkommen angesprochen, das sich mit der Inbetriebnahme des neuen Betriebs um weitere 150 Einheiten täglich erhöhe. Ein weiteres Argument waren die Luftbelastungen, die durch die Asphaltfabrik entstehen werden und die gesundheitlichen Konsequenzen, denen die Bevölkerung dadurch ausgesetzt sei.

Wenn es auch strenge Vorschriften gäbe, so zeigten sich verschiedene Anrainer eher skeptisch, dass diese dann auch ständig eingehalten werden. Erfahrungen hätten gezeigt, dass man Messungen, die seitens der Verwaltungen vorgenommen wurden, zwar zu dem gegebenen Zeitpunkt zweifellos unverfälscht sind, jedoch nicht unbedingt der Realität entsprechen müssten. Ein weiteres Thema, neben zahlreichen technischen Fragen, die Camille Gira und seine Mitarbeiter beantworteten, war der Wertverlust der Immobilien in der Nähe der Industrieanlage.

Wie gestern Morgen seitens der Escher Bürgermeisterin Vera Spautz zu erfahren war, werden die drei betroffenen Schöffenräte das ihnen erst am Mittwoch offiziell zugestellte 58- seitige Dokument genauestens durchlesen. Feststehe jedenfalls bereits jetzt, so das Escher Gemeindeoberhaupt, dass alle drei Gemeinden gegen Giras Entscheid vor dem Verwaltungsgericht klagen werden.