LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Die Band „Fallen Lies“ veröffentlicht am Freitag ihr Debüt-Album

Bereits 2012 haben sich die Musiker der Band „Fallen Lies“ zusammengetan, doch ein essenzieller Part fehlte ihnen noch: ihre Sängerin. Nachdem sich die Band in ihrer heutigen Konstellation schon auf mehreren Bühnen bewiesen hat und 2017 den „Rock the South“ Wettbewerb gewonnen hat, ist sie nun bereit, ihr erstes Album „Confusion“ dem größeren Publikum vorzustellen. Warum die Veröffentlichung erst 2020 stattfindet und worauf sich Hörer und Gäste freuen dürfen, verrät Drummer Jean-Paul Pleim im Interview.

Inwiefern war der „Rock the South“-Sieg 2017 ausschlaggebend für die Produktion des Albums?

Jean-Paul Pleim Für uns war „Rock the South“ einfach die Bestätigung, die wir noch gebraucht hatten. Da kam dann auch schnell der Gedanke: „Wir haben das jetzt gewonnen, jetzt müssen wir es auch endlich umsetzen.“ Wir kamen auch an den Punkt, dass wir uns getraut haben, das zu machen, das wir uns eh die ganze Zeit erträumt haben. Dank des Siegs hatten wir dann auch das Budget zusammen, um die Platte aufzunehmen. Als Künstler wird man ja hier im Land auch unter anderem vom Kulturministerium unterstützt, sodass wir das Projekt dann auch finanziell stemmen konnten.

Wie kommt es, dass ihr es jetzt doch erst 2020 veröffentlicht?

Jean-Paul Wir haben einfach eine Weile gebraucht, bis wir so weit waren und auch das nötige Budget zusammen hatten. Wir haben immer Konzerte gespielt und auf diesen Moment hingespart, ein Album aufzunehmen ist immerhin nicht kostenlos. Aber in diesen Jahren findet man natürlich auch als Band zusammen und arbeitet einen eigenen Sound aus. Wenn ich das Album jetzt mit unseren Anfängen vergleiche, merkt man deutlich, dass die Songs länger und melodiöser geworden sind. Rein instrumental haben wir uns in den letzten Jahren sehr weiterentwickelt und uns auch mehr getraut. Wir hören auch allesamt Musikgenres quer durch den Garten, von Hip-Hop, über Pop bis Metal und sogar Klassik, so dass die Einflüsse auch sehr divers sind.

Wie muss man sich die Suche nach der passenden Sängerin vorstellen?

Jean-Paul Tatsächlich recht schwer, deshalb haben wir auch zwei Jahre gesucht. Als wir angefangen haben Musik zu machen, ist uns natürlich schnell der Gedanke gekommen, dass wir auch einen Sänger brauchen, damit das Ganze komplett ist. Wir haben Castings gemacht, in allen möglichen Foren und auch bei Freunden nachgefragt. Dabei haben wir zwar den ein oder anderen gefunden, aber es hat leider nie wirklich gepasst. Manche kamen auch zu den Castings, meinten sie könnten singen, haben dann aber, als es ernst wurde keinen Ton rausgebracht. Durch Zufall haben wir dann Lynn gefunden. Als wir uns getroffen haben, hat es sofort gepasst. Anfangs haben wir tatsächlich eher nach einem Mann gesucht, weil unsere Musik doch sehr in Richtung Hardrock geht und wir da eine Stimme wollten, die tief und ausdrucksvoll ist. Lynn hat uns gezeigt, dass das mit einer weiblichen Stimme genau so gut funktioniert. Wir hatten ihr unsere Musik geschickt und sie hat sich gleich ans Texten gesetzt und kam absolut gut vorbereitet zu unserem ersten Treffen.

Wie verläuft die Arbeit an einem allerersten Album?

Jean-Paul Wenn es ums Schreiben geht, hatten wir schon recht viel fertig, da wir ja auch schon Lieder gebraucht haben, um unsere Konzerte zu spielen. Diese haben wir dann ebenfalls fürs Album aufgenommen und haben uns noch einmal zusammengesetzt, um sie noch ein wenig zu überarbeiten. Im Studio kamen dann noch einige Ideen auf, Melodien, die wir hinzufügen könnten, oder es wurden an der einen oder anderen Stelle andere Akkorde eingesetzt. Da waren wir tatsächlich noch etwas flexibler, aber der Grundriss der Songs, wie sie schon existierten, ist geblieben. Im Studio ging es eigentlich ums Feintuning. Dass wir diese Lieder in Form einer Platte veröffentlichen, war natürlich immer ein Traum und auch schon seit unserer Gründung das Ziel.

Schreibt ihr gemeinsam an Songs?

Jean-Paul Den rein musikalischen Teil übernehmen wir Jungs, so dass dieses Konstrukt schon steht. Das macht ja auch Sinn, da wir die Instrumente spielen. Lynn macht sich dann Gedanken über den Text, hört sich die unterschiedlichen Riffs und Melodien an, bis sie weiß, über welches Thema sie gerne singen würde. Sie nimmt natürlich Situationen aus dem persönlichen Leben, aber so umschrieben, dass es für jeden zugänglich und zutreffend ist. Es ist wirklich alles ein Prozess, den wir gemeinsam durchleben. Wenn sie mal eine Schreibblockade hat, oder sonst irgendwie Hilfe und Unterstützung braucht, helfen wir auch beim Texten. Vor allem unser Gitarrist Joé ist im Englischen sehr sprachgewandt und hilft, wo er kann. Oder wenn beispielsweise ein Text nicht ganz auf die Musik passt, wird das von uns noch einmal angepasst. Wir ergänzen uns eigentlich alle gegenseitig.

Worauf dürfen sich die Leute beim Album und auf der Release-Party freuen?

Jean-Paul Ich würde das Album als ein Stück ehrliche, luxemburgische Musik beschreiben. Von uns allen fünf kommt eine ehrliche Note rüber, mit Texten, die für jeden zugänglich sind. Musikalisch ist es natürlich Hardrock, aber bietet auch zwei etwas ruhigere Songs. Das Album heißt „Confusion“ und manchmal ist das Leben einfach verwirrend, unsere Musikrichtung ist ebenfalls stellenweise etwas konfus und wir versuchen einfach so authentisch wie möglich zu sein. Was den Sound angeht, haben wir bewusst entschieden, dass wir uns mit künstlichen Soundeffekten zurückhalten. Wir beschränken uns da auf den puren Sound der Gitarren und Verstärker. Keiner von uns benutzt ein Pedalboard, bei dem die Gitarre auf einmal wie ein Keyboard klingt. Das würde aber auch einfach nicht zu uns und unserem Sound passen.

Bei der Release können sich die Leute auf jeden Fall auf eine Band freuen, die nicht wie angewurzelt auf der Bühne steht. Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um für gute Stimmung zu sorgen und auch unsere Vorband „Stelise“ versteht es, die Leute einzuheizen, obwohl es hier musikalisch dann etwas ruhiger wird. Wir haben sie gebeten,mit uns aufzutreten, um auch den Fokus etwas auf die Frau im Frontgesang zu legen.

Die Release-Party findet am Freitag (24. Januar) im Rockhal Floor statt und ist ausverkauft.