LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Webinar: „Tourism Days - Business Events Edition“ – Die Zukunft wird Hybrid-Kongresse und kleinere Meetings bringen

Der Lockdown durch die Corana-Krise und auch die Folgemaßnahmen trafen und treffen einen Sektor ganz massiv - den Tourismus. Schon vor Wochen hatte Tourismusminister Lex Delles ein Hilfsprogramm mit zehn Säulen vorgestellt, das einerseits den Freizeit- und Beherbergungsbetrieben für Urlaubsgäste helfen soll, aber in genauso großem Maße dem weiten Feld der Geschäftsreisen, vor allem dem MICE-Sektor (Meetings, Incentives, Congress, Events) der sich auf ganz neue Bedingungen einstellen muss. Im selben Rahmen hatte Delles zwei „Webinare“ mit den verschiedenen Tourismusbereichen angekündigt.

Business Events Edition

Gestern Morgen war es soweit, als sich mehr als 130 Teilnehmer auf digitalem Wege dem Webinar „Tourism Days – Business Events Edition“ zuschalteten, bei dem Tourismusminister Lex Delles, Patrick Hoffnung (European Convention Center), François Lafont, (Luxembourg Convention Bureau), François Koepp (Horesca) und andere, darunter ein Eventmanager, eine Vertreterin der großen Hotelketten und eine Vertreterin der spezialisierten Agenturen ihre Vorstellungen für den Weg aus der Krise erläuterten. Für das Tourismusministerium ist es  in dieser Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs unerlässlich, Luxemburg als Destination für Geschäftsveranstaltungen neu zu positionieren.
Lex Delles sprach davon, dass er auf einen schnellen Neustart vertraut, wenn auch mit ganz neuen Instrumenten, wie einem „Webinar“.
Die Regierung habe ihr Budget mit 60 Mio. Euro für den touristischen Fünfjahresplan erheblich aufgestockt.  Bei den Geschäftsreisen, die vor allen für die Hotels in der Hauptstadt essentiell sind, habe die Corona-Krise binnen weniger Wochen zu einem strukturellen Wandel geführt - mittlerweile werden 25 Prozent aller Meetings virtuell durchgeführt. Was bedeute, dass sich die ganze MICE-Branche neu aufstellen muss.
Laut Delles will die Regierung mit Hilfe eines Solidaritätsfonds die Unternehmen in der Beherbergungs- und Bewirtungsbranche ganz konkret unterstützen. Aus diesem Fonds wird eine direkte monatliche  - nicht rückzahlbare - Unterstützung in Höhe von 1.250 Euro pro Mitarbeiter im Betrieb und 250 Euro pro Mitarbeiter in Kurzarbeit gezahlt.
Die Rolle des „Luxembourg Convention Bureau“ (LCB) wird gestärkt, aber vor allem mit einem Label zur hygienischen Sicherheit „Safe to meet“ soll es für die ganze Branche in die Zukunft gehen. Analog zum Label „Safe to serve“ im Gastronomiebereich. Luxemburg biete ein mehrsprachiges und multikulturelles Umfeld, eine passende Infrastruktur und eine strategische Position im Herzen Europas. „Unser Wiederaufbauplan wird es uns ermöglichen, Luxemburg als Referenzziel zu positionieren“ erklärte Delles.
Für Patrick Hoffnung (European Convention Center) hängt der Neustart von vielen Faktoren ab, wobei alle anderen  - internationalen - Kongressveranstalter auch von der Krise betroffen sind. Die Branche müsse ihre Angebote anpassen und neue Lösungen anbieten. Grundsätzlich würden Meetings und Konferenzen in Zukunft kleiner ausfallen, um die Vorgaben der Distanz einhalten zu können. Was auch umfassende räumliche Umgestaltungen mit sich bringen wird.
Die großen, auf Business-Kunden spezialisierten Hotelketten sehen sich mit Fragen der potenziellen Gäste zu räumlichen Bedingungen, gesundheitlicher Information und Hygienemaßnahmen konfrontiert.

Hybrid-Veranstaltungen

Eines der Stichworte für die Zukunft, das von mehreren Diskussionsteilnehmern immer wieder genannt wurde ist „Hybrid-Veranstaltung“ – etwa eine Konferenz, bei der die einen Teilnehmer physisch präsent sind, die anderen digital zugeschaltet werden.
Für François Koepp (Horesca) geht es vor allem darum, sich bei den Gästen Vertrauen zu verschaffen. Die Labels „Safe to serve“ und „Safe to meet“ und ihre gewissenhafte Umsetzung  seien der Weg dorthin.
Die Veranstaltungsagenturen haben sich erst im Rahmen der Corona-Krise zu einem neuen Verband, der „Luxembourg Event Association, zusammengefunden, um gegenüber Politik und Öffentlichkeit mit einer Stimme zu sprechen. Für den Vorsitzenden Charles Schroeder ist nicht nur das Label „Safe to meet“ wichtig, sondern auch ein Best-Practice-Handbuch, dass neue Wege aufzeigt. •