BARTRINGEN
NICO PLEIMLING

Sécurité Routière und AVR fordern von den Koalitionsparteien, ihre Wahlprogramme einzuhalten

Die „Association des victimes de la route“ (AVR) und die Sécurité Routière fordern konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Wenige Tage vor der diesjährigen „Journée Mondiale du Souvenir des Victimes de la Route“ am kommenden 18. November machten beide Vereinigungen die drei Koalitionsparteien DP, LSAP und déi gréng noch einmal auf ihre Wahlversprechen betreffend die Verkehrssicherheit aufmerksam.

„Eine nationale Priorität“

Dabei geht es unter anderem um die Etablierung eines Staatssekretärpostens für Verkehrssicherheit, das Aufstellen von mehreren fixen Radargeschwindigkeitsmessern sowie die Einführung von pädagogischen Sanktionen. Paul Hammelmann, Präsident der Sécurité Routière unterstrich dabei, dass es sich bei der Sicherheit auf Luxemburger Straßen um eine nationale Priorität handele: „Wir begrüßen, dass sich die drei Parteien, welche sich derzeit mit dem Regierungsprogramm für die anstehende Legislaturperiode beschäftigen, mit dem Thema der Straßensicherheit beschäftigen. Sie versprechen beispielsweise die Installation von Radargeräten an Gefahrenpunkten. Allerdings gab es ein solches Versprechen schon im vorigen Regierungsprogramm, das allerdings nicht umgesetzt wurde.“

2,2 Prozent des Bruttoinlandproduktes

Dieses Projekt sei unter anderem nicht von der Stelle gekommen wegen des zu hohen Aufwands, wobei ein tödliches Verkehrsopfer die Allgemeinheit auch zwischen 1,2 und 2,4 Millionen Euro koste. Laut einer internationalen Studie würden die Kosten von Verkehrsunfällen rund 2,2% des Bruttoinlandproduktes ausmachen. In Luxemburg würde dies einer jährlichen Summe von 880 Millionen Euro entsprechen. Die scheidende Regierung wollte 20 fixe Radarfallen aufstellen, diese Zahl wird von Paul Hammelmann als lächerlich abgetan: „Wir brauchen wenigsten 70 Blitzer in Luxemburg, wenn es nach uns ginge, dann müssten es sogar 225 sein.“

Nach Überprüfung der Programme der möglichen Koalitionsparteien in Sachen Verkehrssicherheit, sind der „Sécurité Routière“ einige Unterschiede aufgefallen: Für déi gréng liegt die Priorität bei der Stauvermeidung, die DP pocht auf pädagogische Strafen für Verkehrssünder und die LSAP will ihrerseits den Kampf für die Verkehrssicherheit zu einer nationalen Priorität machen.