Seit der Unterzeichnung der Einigung zwischen Regierung und dem Unternehmerverband UEL Anfang des Jahres wurde am so genannten Job-Pakt gearbeitet. Gestern stellten Arbeitsminister Nicolas Schmit, UEL-Präsident Michel Wurth, Isabelle Schlesser, Direktorin der Agentur für Arbeit (Adem) und UEL-Generalsekretär Nicolas Henckes die Details des Programms vor, mit dem über einen Zeitraum von drei Jahren 5.000 zusätzliche Menschen Arbeit finden sollen.
Die Partnerschaft und die „systematische Vorgehensweise“, wie Schmit sagte, haben ihren Grund. Obwohl aktuell 2,6 Prozent neue Jobs jedes Jahr entstehen - das entspricht rund 9.000 Stellen - ist die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren gestiegen und stagnierte zuletzt bei rund 18.000 Personen. „Wir müssen dieses Problem gemeinsam lösen“, sagte Schmit. Wurth appellierte seinerseits an alle Betriebe in Luxemburg, damit die Partnerschaft erfolgreich sein könne.
Regelmäßiger Austausch zwischenUnternehmen und der Adem
Um das Ziel von mindestens 5.000 zusätzlichen Beschäftigungen zu erreichen, haben UEL, Arbeitsministerium und die Adem die Köpfe zusammengesteckt und eine Strategie ausgearbeitet. In erster Linie wollen die Unternehmen und die Adem eine richtige Partnerschaft aufbauen. Michel Wurth unterstrich in diesem Kontext, dass sich die Adem in den vergangenen Jahren von einer Verwaltung in eine moderne Agentur verwandelt habe. „Die Adem hat zwei Kunden“, sagte er, die Arbeitsuchenden und die Unternehmen.
Seit über einem Jahr sei die Adem in einer neuen Herangehensweise mit den Unternehmen engagiert, „um Vertrauen aufzubauen und wiederzugewinnen und klar zu definieren, was die Unternehmen von der Adem erwarten“, sagte Schmit. Um das vorangestellte Ziel zu erreichen, sei es unabdingbar, die Reformen in der Adem voranzutreiben sowie ihre Mittel zu stärken. In diesem Jahr sollen 22 neue Posten entstehen. Außerdem sollen den Arbeitsuchenden Weiterbildungen angeboten werden, damit sie den Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt gerecht werden. Schmit zufolge müsse der gesamte Weiterbildungsapparat im Land ausgebaut und verbessert werden.
Darüber hinaus wollen sich Vertreter der drei Akteure regelmäßig im Rahmen eines „comité de pilotage“ untereinander austauschen. Außerdem will die Adem künftig einmal jährlich eine Zufriedenheitsumfrage bei den Unternehmen durchführen, um Verbesserungspotenzial auszumachen. Auch Partnerkonventionen mit einzelnen Unternehmen oder bestimmten Sektoren sind geplant.
Insbesondere in den Bereichen Handel, Bau und Horesca soll darüber hinaus erreicht werden, dass mehr Unternehmen offene Stellen melden. Aktuell wird die Adem lediglich über 30 Prozent der offenen Stellen informiert.
Online-Jobportal bis Ende des Jahres
Bis Ende des Jahres soll außerdem das „Jobboard“ der Adem funktionieren, das es Arbeitsuchenden erlaubt, Stellenangebote online zu durchforsten sowie Arbeitnehmern, nach bestimmten Profilen zu suchen.
Darüber hinaus will die Adem die erfolgreichen individuellen Aus- oder Weiterbildungsangebote für bestimmte Unternehmen ausbauen und eine Sensibilisierungskampagne starten. Um das „Matching“, also die Vermittlung zu verbessern, ist angedacht, dass beispielsweise Unternehmen im Falle eines Konkurses die Mitarbeiter der Adem über die Kompetenzen der Arbeitnehmer in Kenntnis setzen.
Drei Schwerpunkte
Auch wenn sich das Programm an alle Arbeitsuchenden richtet, wird ein Schwerpunkt auf die berufliche (Wieder)-Eingliederung von geringqualifizierten jungen Menschen, Arbeitsuchenden über 45 sowie Langzeitarbeitslosen gelegt. Wenn bisher 184 Unternehmen am Projekt „Jobelo“ teilnahmen, das jungen Arbeitsuchenden ohne Qualifizierung den Weg in den Beruf erleichtert, soll die Teilnahme künftig um 50 Prozent erhöht werden. Drittens sollen mehr Berufseinführungsverträge (CIE), berufsunterstützende Verträge (CAE) sowie berufliche Wiedereinführungspraktika (SRP) abgeschlossen werden.
Der „Job-Pakt“ ist Teil der Einigung zwischen UEL und der Regierung, mit der die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhöht und diese Planungssicherheit bekommen sollen, mit dem Ziel, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und die Wirtschaft anzukurbeln.


