LUXEMBURG
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Gelungene Kommunikation bei „EU4Youth“-Gesprächen

Genauer auf die Belange und Bedürfnisse der Jugend hören, gemeinsam über neue Schritte nachdenken und neue Ideen ausarbeiten: Bei der gestrigen „EU4Youth“-Veranstaltung auf Kirchberg kamen die Europaabgeordneten Frank Engel, Georges Bach, Mady Delvaux, Charles Goerens, Viviane Reding und Claude Turmes ganz nah in Kontakt mit Schülern aus dem Großherzogtum, um über Aktualitätsthemen wie den „Brexit“ und die Zukunft Europas zu sprechen.

Das Event wurde von den Teilnehmerschulen, den sogenannten „Botschafterschulen des Europaparlaments“ mitbegangen. Diese Vereinigung war mit knapp 200 Schülern und 19 Lyzeen vertreten, um mit den Europaabgeordneten über die unterschiedlichen Themenbereiche zu diskutieren. Das internationale Programm, an dem europaweit knapp 1.000 Schulen teilnehmen, war im September 2017 in Luxemburg mit acht Partnerschulen gestartet, seitdem ist die Zahl auf 20 Mitglieder gewachsen. Im Rahmen des „Botschafterschulen“-Programms kommen die Schüler regelmäßig in Kontakt mit den Grundfesten der EU-Demokratie.

Trotzdem war es das erste Mal, dass ein Event wie das gestrige „EU4Youth“-Treffen organisiert wurde. Dabei wurden unterschiedliche Themen behandelt, wie ein ausgebautes Austauschprogramm für Schüler und Studenten, eine Abschaffung der Vignettenpflicht für Studierende, um das Reisen in EU-Länder zu fördern, oder einen gemeinsamen Personalausweis für Europäer. Die Kommunikation der EU gegenüber der Jugend im Besonderen und ihren Bürgern im Allgemeinen sei dabei auch eines der zentralen Themen, wie die Organisatoren erklärten.

19 Vorschläge zu sieben konkreten Themen

Insgesamt kamen so 19 konkrete Themenpakete auf die Europaabgeordneten zu, jeweils in vorgefertigten Beiträgen von drei Minuten Länge, die von den Schülern im Voraus vorbereitet wurden. Darunter fanden sich Vorschläge wie der eines verstärkten Schüleraustausches im Alter von 14 bis 17 Jahren, wie er von den Schülern des „Fieldgen“ vorgebracht wurde. Davon zeigten sich die Europaabgeordneten wie Claude Turmes beeindruckt: „Sie haben prinzipiell Recht“, meinte er. „Die bestehenden Austauschprogramme greifen oft erst ab einem höheren Alter. Dabei wäre es viel interessanter, wenn man schon früher damit beginnen könnte“, sagte er weiter. Insgesamt sei er deshalb sehr zufrieden mit der Gesprächsrunde. „Das ist ein äußerst produktives Format“, sagte Turmes. Das Potenzial, neue Ideen zu schaffen, sei enorm. „Normalerweise hören sie uns zu - heute waren die Rollen vertauscht“, meinte der Parlamentarier über die Schüler. Dabei kam auch das Thema einer Legalisierung des Cannabis-Konsums auf die Abgeordneten zu. Die sprachen sich für eine mögliche Fortführung der Thematik in weiteren Gesprächsrunden aus und merkten auch an, „das ist regelmäßig ein Thema bei Gesprächsrunden“, meint Turmes. In Arbeitsgruppen würden die einzelnen Themenschwerpunkte nun vertieft.

Daneben gab es auch eine direkte Möglichkeit zum Austausch untereinander: Die Organisatoren hatten eine Online-Plattform zur Verfügung gestellt, auf der sich die Schüler untereinander besprechen und über Fragen abstimmen konnten. Sogar ein Live-Ticker mit gesendeten Nachrichten schaffte es auf den großen Bildschirm - und wurde denn auch viel genutzt, und sei es nur, um über Hunger zu klagen. Produktiv war es dennoch.

Die Gespräche waren demnach ein großer Erfolg; die Organisatoren wollten sich aber nicht darauf festnageln lassen, dass daraus künftig ein regelmäßiges Event werden könnte. In irgendeiner Form wird es sicher weiter gehen; punktuelle Verbesserungen werde es auf jeden Fall geben, hieß es nur.