BERLIN/KOBLENZ
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Acht weitere deutsche Städte wollen Europäische Kulturhauptstadt 2025 werden

Neben Koblenz haben bereits acht weitere Städte Interesse daran bekundet, 2025 für Deutschland als Europäische Kulturhauptstadt anzutreten. Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bereiten außer Koblenz auch Dresden, Chemnitz, Magdeburg, Halle an der Saale, Hildesheim, Hannover und Kassel Bewerbungen vor. Die Entscheidung, welche deutsche Stadt 2025 zum Zug kommt, fällt nach einem ausführlichen Verfahren erst 2020. Neben Deutschland darf für 2025 auch Slowenien eine Stadt benennen.

Bislang drei Europäische Kulturhauptstädte in Deutschland

Europäische Kulturhauptstadt waren aus Deutschland bislang 2010 Essen mit dem Ruhrgebiet, 1999 Weimar und 1988 Berlin. Den EU-Titel gibt es seit 1985.

Ziel der Initiative, die auf die damalige griechische Kulturministerin Melina Mercouri zurückgeht, ist laut EU-Kommission, den „Reichtum und die Vielfalt der Kulturen Europas hervorzuheben“ oder auch den Tourismus zu fördern und das Image der Städte zu verbessern, auch bei den Bewohnern selbst. Zudem soll das Gefühl der Europäer gestärkt werden, einem gemeinsamen Kulturkreis anzugehören.

Die erste Kulturhauptstadt war Athen. Kulturhauptstädte 2017 sind Aarhus in Dänemark und Paphos auf Zypern. Luxemburg war 1995 Kulturhauptstadt und erneut 2007, im Verbund mit der Großregion Saar-Lor-Lux.

Der Titel bringt Aufmerksamkeitund Touristen

Esch-Alzette und die Minette-Gemeinden kandidieren derzeit für den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2022“.

Der Titel schmückt Kommunen und bringt Aufmerksamkeit, Tourismus und Geld. 2014 wurden mit einem EU-Beschluss die Regeln für die Kulturhauptstädte neu festgelegt - und zwar für den Zeitraum 2020 bis 2033. Deutschland ist zusammen mit Slowenien im Jahr 2025 wieder an der Reihe. Vorgeschrieben sind beispielsweise ein zweistufiges Auswahlverfahren und Regeln für die Zusammensetzung der Jury. In Deutschland legte die Kultusministerkonferenz Anfang Juni die Grundzüge des nationalen Auswahlverfahrens fest. Die Kulturstiftung der Länder übernimmt die praktische Organisation des Verfahrens, das spätestens Ende 2018 mit einer öffentlichen Ausschreibung beginnt. Die Bewerbungsphase soll mindestens zehn Monate dauern.

Die erste Auswahlsitzung der zwölfköpfigen europäischen Jury soll 2019 einige Städte aussortieren und eine sogenannte Shortlist erstellen. Die abschließende Auswahlrunde soll es dann 2020 geben. Genaue Termine und Details werden erst noch festgelegt.

Ernannt wird die deutsche Siegerstadt von der Kultusministerkonferenz in Abstimmung mit der/dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Anders als seinerzeit bei Essen 2010 werden die EU-Organe über die Kür lediglich informiert; das Europäische Parlament oder der Europäische Rat - das Gremium der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union - bestätigen den Beschluss nicht mehr förmlich.