Der Konkurrenzkampf auf dem Billigflieger-Markt ist hart. Auch insgesamt auf Kurzstrecken dürfte er härter werden, ein Segment, in dem Luxemburgs Airline Luxair zuhause ist. Die hatte zuletzt ihren Gewinn deutlich gesteigert und will mit innovativen Angeboten und neuen Strecken mehr Kundschaft gewinnen - als Antwort auf die zunehmende Konkurrenz.
Heute kreuzen mehr Billigairlines an Europas Himmel als je zuvor. Als Folge sinken vor allem auf Kurzstrecken die Ticketpreise, was die Anbieter unter Druck setzt. Bisher gab es zwischen den Low Cost Carriern wenig Wettbewerb - rund 87 Prozent der Strecken ab Deutschland beispielsweise werden laut des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) nur von einer Gesellschaft mit Billigangeboten bedient. Doch das ändert sich gerade, nicht zuletzt weil der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, den Wettbewerb anheizt.
Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin, Brüssel, Köln und Rom und kommen damit unter anderem der Lufthansa-Tochter Germanwings und der Fluggesellschaft Air Berlin in die Quere.
Hinzu kommt: Etablierte Fluggesellschaften drängen über Tochter-Airlines zunehmend auf den Markt der preisgünstigen Angebote. Zum Beispiel in Spanien Iberia mit Iberia Express und Vueling. Europas größte Fluggesellschaft, die Lufthansa, baut die Billigfliegerei ebenfalls deutlich aus. Der Billigteil läuft künftig als Marke Eurowings, unter der in Kürze Germanwings vermarktet wird.
Expansion des Geschäftsmodells
Für die kommenden Monate erwartet Ryanair-Chef Michael O’Leary einen harten Preiskampf: „Es wäre dumm, jetzt nicht mit irrationalen Ticketpreisen von Wettbewerbern zu rechnen“, sagt er. Dies werde auch bei Ryanair vor allem im Winter die Preise drücken. Branchenexperte Johannes Braun von der Commerzbank rechnet darum auf Kurzstrecken in Europa mit Überkapazitäten. Vor allem Ryanair weite das Angebot aus, aber auch der britische Billigflieger Easyjet und Vueling. Die Folge: Die Preise auf Kurzstrecken dürften sinken. Zudem haben sich die Billigairlines jetzt auch Geschäftsreisende ins Ziel gefasst und versuchen, auch auf diesem Markt Fuß zu fassen, indem sie gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen anbieten, die sich vor allem an die Business Class richten - ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.
Europas größter Billigflieger Ryanair hat unterdessen gestern bekanntgegeben, wie erfolgreich sein Geschäftsmodell ist: Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben die Iren so viel verdient wie nie zuvor.


