LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

E-Mail an UCVL: Familienministerin Corinne Cahen reagiert auf Kritik

Wie das „Luxemburger Wort“ in seiner gestrigen Ausgabe zu berichten wusste, hatte Familienministerin Corinne Cahen (DP) im April dieses Jahres eine E-Mail an die Verantwortlichen der „Union Commerciale de la Ville de Luxembourg“ (UCVL) geschickt, in der sie dem hauptstädtischen Geschäftsverband mehr oder weniger vorwirft, die von der Trambaustelle betroffenen Geschäftsleute im Regen stehen zu lassen. Cahen war bis 2012 nämlich selbst Präsidentin der UCVL und bis zu ihrem Regierungseintritt auch Geschäftsführerin eines alteingesessenen Schuhgeschäfts in der Avenue de la Liberté im Bahnhofsviertel, das ebenfalls von der Trambaustelle betroffen ist. So weit, so verständlich.

Allerdings verschickte Corinne Cahen ihr Schreiben an UCVL Präsident Guill Kaempff und an Direktorin Anne Darin von ihrer offiziellen Mail-Adresse des Familienministeriums aus, was das „Wort“ dazu bewog, von „Interessenkonflikt“ zu schreiben.

Corinne Cahen bleibt bei ihrer Kritik

Gestern reagierte die Ministerin auf Facebook und auf Twitter, wo sie, ganz transparent, auch das Schreiben an den hauptstädtischen Geschäftsverband veröffentlichte. Dass sie sich von ihrer offiziellen Mail-Adresse des Familienministeriums zu Wort gemeldet habe, bedauert die Ministerin („Et war awer sécher net richteg, dass ech dee Message vu mengem berufflechen Account fortgeschéckt hunn an ech bedaueren dat“), bleibt aber bei ihrer Kritik, da sie sich Sorgen um die hauptstädtische Geschäftswelt mache, wo immer mehr Traditionshäuser unter Druck geraten würden. „Jiddereen muss méi Efforte maachen, fir dass ons Stad och an Zukunft eng lieweg a liewenswäert Stad ass a bleift“, so Corinne Cahen.

In ihrem Schreiben sei es ihr dann auch nicht um den Betrieb ihrer Familie gegangen, aus dem sie sich seit dem Moment, wo sie Ministerin geworden sei, ganz zurückgezogen habe und von dem sie seitdem auch kein Gehalt beziehe, sondern um die Geschäftswelt im allgemeinen („A mengem Mail ass et mir em d’Geschäfter generell op der Gare gaangen an eben net em de Buttek vu menger Famill“). Deshalb auch die E-Mail von April, in der sie eine ganze Reihe von „konstruktiven Vorschlägen“ an die Verantwortlichen des hauptstädtischen Geschäftsverbands gemacht habe.

Warum die E-Mail allerdings ausgerechnet jetzt aufgetaucht ist und vom „Wort“ thematisiert wird, nachdem diese bereits im April verschickt wurde, ist dann doch erstaunlich. Am Sonntag hat jedenfalls auch ein früherer Chefredakteur von RTL Radio einen Beitrag über das Cahen‘sche Schreiben auf seiner Webseite veröffentlicht...