LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

27 Drogenkapseln und mehr: 39-Jähriger soll für 36 Monate in Haft

Am 18. November 2018 bekam die Polizei durch einen anonymen Anruf einen Hinweis, dass ein Mann vor der Fixerstube Abrigado in Bonneweg Drogen verkaufe.

Heroin und Kokain

Als die Polizisten den 39-jährigen Aliu S. verhafteten, fanden die Beamten eine Tüte mit 27 Kapseln mit Heroin und Kokain. Die Tüte lag neben einem Abfalleimer. In der Hand hielt der Mann eine Insulinspritze.

Am gestrigen Donnerstag stand der mutmaßliche Drogendealer vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Drogenverkauf und Geldwäsche vor.

Bei der Körperdurchsuchung findet die Polizei 210 Mephenon-Pillen (Methadon) und eine Summe von 1.623 Euro in kleinen Scheinen. Den Polizisten erklärt er, dass er im Autohandel tätig sei. Das Geld, das bei ihm gefunden wurde, würde aus einem Autoverkauf stammen, sagt er.

Zu Unrecht immer in Haft

Der Drogendealer ist der Justiz bekannt und bereits in fünf Ländern straffällig geworden, so in Deutschland, Österreich, Spanien, Portugal und Frankreich. Bereits acht Jahre hat S. wegen Drogenverkauf und Drogenkonsum in Gefängnissen gesessen.

Der Verdächtige behauptete vor Gericht, dass die Drogen ihm nicht gehören würden. S. erklärte weiter, dass er immer unterwegs sei. Er sei durch ganz Europa gereist und sei selbst Drogenkonsument. Er beteuerte, nie Drogen verkauft zu haben. Wann er nach Luxemburg kam, weiß er nicht mehr genau. Die Staatsanwaltschaft hat den Verdacht, dass seine Identität, die er vor Gericht angibt, nicht echt ist.

Für den Verteidiger ist der Mann ein kleiner Fisch, für sie gibt es keine Beweise dafür, dass der Mann tatsächlich aktiv im Drogenhandel sei oder dies versucht hätte. Der Anwalt beantragte eine minimale Strafe für seinen Mandanten.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hingegen beantragte 36 Monate Haft und natürlich die Beschlagnahmung der Drogen.
Das Urteil soll am 6. Juni gesprochen werden.