LUXEMBURG
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Umweltverwaltung sammelt: Grünabfälle sinnvoll nutzen und 7.793 Tonnen CO2 einsparen

Bis vor einigen Jahren wurden Grünabfälle, wie beispielsweise aus Heckenschnitt, Pflege von Obst- und Weingärten oder forstwirtschaftlichen Arbeiten, oftmals noch vor Ort verbrannt, was aber Gesundheits- und Umweltgefahren zur Folge haben konnte. Diese Praxis ist jedoch bereits seit 1994 aus guten Gründen verboten, denn die offene Verbrennung von Grünabfällen sorge für hohe Mengen an Luftschadstoffemissionen, sagte Umweltstaatssekretär Camille Gira gestern anlässlich seiner „Grünabfall-Bilanzpressekonferenz“. Bilanz wurde bezüglich der kostenlosen Zwischenlösung für die Verwertung von größeren Mengen an Grünschnitt gezogen, wobei es um die neue Verwertungslogistik für den Hecken-, Baum- und Strauchschnitt aus der Land- und Forstwirtschaft, dem Obst- und Weinbau ging. „Neben hohen Feinstaubemissionen mit ihren derzeit spürbaren Auswirkungen auf die Luftqualität werden unter anderem polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), flüchtige organische Verbindungen, Stickoxide (NOx), Kohlenstoffmonoxid (CO) sowie Dioxine und Furane freigesetzt“, hieß es gestern in der Pressekonferenz. Dies hatte auch einen entsprechenden Verwarnungskatalog zur Folge, wie Gira ausführte, „und dies bedeutet 145 Euro.“ Wenn große Mengen an Grünabfällen, wie nach einem Heckenschnitt, der Pflege von Obst- und Weingärten oder forstwirtschaftlichen Arbeiten, vor Ort verbrannt werden, werde die Luft stark belastet, da es sich bei feuchtem Material um eine unvollständige Verbrennung handele. „In unserer Zeit ist es daher unverständlich, dass man diese Verbrennung nicht nutzt“, sagte Gira in Bezug auf einen aktiven Schutz von Klima und Luftqualität durch Wiederverwertung.

Studie: Erlös von 42 Euro pro Tonne

Die Umweltverwaltung hatte daher eine Studie in Auftrag gegeben, deren Schlussfolgerungen es ermöglichen, ein Netzwerk für die Sammlung, Lagerung und Verwendung der Grünabfälle als Energiequelle zu planen und umzusetzen. Robert Schmitt, Direktor von der Umweltverwaltung, erklärte, dass diese Studie die quantitativen Daten über das Potenzial an Grünabfällen, die energetisch verwertet werden können, ermitteln sollte. So hatte hier die Umweltverwaltung in Zusammenarbeit mit dem „Maschinen- und Betriebshilfsring (MBR) Lëtzebuerg“ eine vorerst temporäre Lösung erarbeitet. Diese beinhaltete das Einsammeln der Grünabfälle am Abfallort; den Transport zu den ausgewiesenen regionalen Sammelstellen; die Lagerung, das Häckseln (sofern genug Material zur Verfügung steht) und die thermische Verwertung in dafür vorgesehenen Einrichtungen. „Das Ziel der Verwertung ist, Grünschnitt nicht mehr gesundheitsschädlich zu entsorgen, sondern im Sinne des Klimaschutzes als erneuerbare Energiequelle zur Produktion von Wärme zu nutzen.“ So wurden 82.233 m³ in besagtem Zeitraum gesammelt, am Ende konnten 9.528 m³ Holzschnitzel verkauft werden. Die 31 Sammler legten hier rund 60.381,2 Kilometer bei ihren Sammlungen zurück und besuchten so 744 Schnittstellen.

Die in Auftrag gegebene Studie ergab, dass eine Biomasse von 31.500 Tonnen pro Jahr möglich seien, rund 120.000 Kubikmeter. Hieraus könnten gut 10.000 Tonnen Brennstoff entstehen. Dies könnte 3,15 Millionen Liter Heizöl ersetzen. Man könnte hiermit rund 4.400 Niedrigenergiehäuser beheizen. So wurde im In- und auch Ausland nach potenziellen Abnehmern geschaut, und die Lage hier als recht positiv gesehen, dass man auch das Material an entsprechende Anlagen abgeben kann. Unter dem Strick könnte so von einem Erlös von 42 Euro pro Tonne ausgegangen werden. Man könne von Kosten in wirtschaftlich vertretbarem Rahmen sprechen. Jährlich würden so 7.793 Tonnen CO2 eingespart werden können.

So hat das Ministerium beschlossen, die Sammelstationen bis zum 1. April 2018 fortzusetzen. Bei mehr als 200 Kubikmeter aus der Land- und Forstwirtschaft, dem Obst- und Weinbau will man dann an Ort und Stelle schreddern; der Service bleibt auch weiterhin gratis - die Terminierung läuft über den Maschinenring: 859474-1.