DÜDELINGEN
PATRICK WELTER

Düdelingen: Phase II des LNS vollendet - Veterinärlabor und Biobank als „Mitbewohner“

Mit der launigen Bemerkung, dass „die Begeisterung für Düdelingen auf einem unheilbaren Virus beruht“ eröffnete Bürgermeister Dan Biancalana gestern den Reigen der Festreden anlässlich der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts des Nationalen Gesundheitslaboratoriums (LNS) in Düdelingen. Der große Gebäudekomplex liegt am Rande des Ortsteils Büringen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Autobahn A13. Biancalana lobte vor allem den deutlich erkennbaren Willen zur Dezentralisierung von nationalen Aufgaben und den Aufschwung für Düdelingen als Logistik und Wissenschaftsstandort.

Nach dem die Verlegung des Nationalen Gesundheitslaboratoriums nach Düdelingen, verbunden mit der räumlichen Zusammenlegung anderer Staatslaboratorien, bereits 2003 beschlossen worden war, konnten die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt 2009 beginnen. Im selben Jahr wurde das Gesetz über den Bau eines zweiten Abschnitts des Nationalen Gesundheitslaboratoriums beschlossen. Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts konnten die Laboratorien schon im Jahr 2013 ihre Arbeit aufnehmen. Der Bau des zweiten Abschnitts begann im April 2014.

Strahlungsexperten: „Wir müssen draußen bleiben!“

Ein Kuriosum stellt das „Schicksal“ der Strahlenanalyse- und Strahlenschutzabteilung des Laboratoriums dar. Laut den 2014 geänderten Vorschriften für einen Notfallplan bei einem schweren atomaren Unfall im Kraftwerk Cattenom liegt der Gebäudekomplex des LNS in der ersten Evakuierungszone. Damit würde die Arbeit der Strahlungsexperten des LNS genau dann unmöglich, wenn sie am meisten gebraucht wird. Die Folge ist der Verbleib der Abteilung in der Hauptstadt. Der dadurch im zweiten Gebäudekomplex frei gewordene Platz wird nun von der „Integrated Biobank of Luxembourg“ (IBBL) übernommen. Eine Lösung, die von allen Seiten als ideal angesehen wird, da sich eine ganze Reihe von Synergien ergeben sollten

Der Einzug des veterinärmedizinischen Laboratoriums in das Gebäude war geplant und erleichtert ebenfalls die interdisziplinäre Zusammenarbeit erheblich.

Im neuen Gebäudeteil nützt das LNS eine Fläche von 2.000 Quadratmetern, die Biobank kann über rund 1.900 Quadratmeter verfügen und dem Veterinärlabor stehen 1.500 Quadratmeter zur Verfügung. Gesundheitsministerin Lydia Mutsch wies später darauf hin, dass die Lagerkapazitäten der Biobank dank des Umzugs drastisch steigen. Statt bisher 500.000, können nun fünf Millionen Proben aufbewahrt werden.

Bausch: Dezentralisierung ist notwendig

Infrastrukturminister François Bausch sprach von einem „gelungenen Gebäude“ und betonte die allgemeine Notwendigkeit der Dezentralisierung von Arbeitsplätzen und Aufgaben. Dafür liefere das LNS ein positives Beispiel. Es liege gut und sei, Dank einer neuen Buslinie und einer eigenen Haltestelle, gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen, ebenso an das Autobahnnetz. Einen Wermutstropfen gibt es nach Meinung von Bausch noch, weil die Stadt Düdelingen nicht von den auf dem Gelände vorgesehenen „Solar-Tracker“ begeistert ist. Dabei handelt es sich um kardanisch aufgehängte Solarpaneele, die im Tagesverlauf dem Stand der Sonne folgen.

Mutsch: „Ungeahnte Möglichkeiten“

Gesundheitsministerin Lydia Mutsch ging in ihrer Rede auf den großen Erfolg der Biobank (IBBL) ein. Deren unmittelbare Nachbarschaft zum LNS ergebe sicherlich „extrem interessante Synergien.“ Mit Blick auf den Einzug des Veterinärlabors betonte Mutsch die gute Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheits- und dem Landwirtschaftsministerium.

Für die Ministerin ergibt das unmittelbare Nebeneinander drei Institute „ungeahnte Möglichkeiten.“