LUXEMBURG
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König Philippe und Großherzog Henri besuchen Kaserne in Diekirch - Die Etappen des zweiten Tages des Staatsbesuchs

Nach einen eher protokollarischen ersten Tag des Staatsbesuches des Königs und der Königin der Belgier begann der gestrige zweite Tag der Visite für König Philippe und Großherzog Henri mit einem Besuch der Diekircher Kaserne, wo die hohen Gäste von General Alain Duschène und Yves Kalmes, Kommandant der Kaserne, willkommen geheißen wurden. Verteidigungsminister François Bausch und Henri Kox, der beigeordnete Minister der Verteidigung, waren in Diekirch anwesend, während Belgien von Vizepremier und Verteidigungsminister Didier Reynders vertreten wurde.

Nach der Inspektion der Truppen und der Kranzniederlegung am „Place du Souvenir“ begaben sich Großherzog Henri und der belgische König Philippe zur großen Lagerhalle der Kaserne auf dem Herrenberg. Hier waren mehrere Stände errichtet worden, an denen die besonderen Kooperationsprojekte zwischen der belgischen und der luxemburgischen Armee vorgestellt wurden: Von der Minenräumung und Satellitenkommunikation bis hin zu gemeinsamen Projekten der militärischen Ausbildung oder des Ankaufs von militärischen Fahrzeugen. Präsentiert wurde unter anderem der belgisch-luxemburgische Militär-Airbus „A400M“, der 2021 ausgeliefert werden soll.

Königlicher Besuch bei der „Société européenne des satelittes“ (SES) | Betzdorf: Weltweit größter Satellitenbetreiber

Nach Diekirch besuchten König Philippe und Großherzog Henri die „Societé européenne des satellites“ (SES) in Betzdorf, wo sie von Premier Xavier Bettel und mehreren Mitgliedern des Verwaltungsrates der SES willkommen geheißen wurden. Präsent waren auch die Ministerpräsidenten von Wallonien, der flämischen Regierung und der Region Brüssel-Hauptstadt, Elio Di Rupo, Jan Jambon und Rudi Verwoort.

Neben Erläuterungen der Geschichte der SES wurde den hohen Gästen auch die strategische Vision für die Zukunft der Gesellschaft vorgestellt. Anschließend konnten die prominenten Besucher auch einen Blick in den Kontrollraum des weltweit größten Satellitenbetreibers werfen.

„Space Symposium“ und „Meet & Greet“ mit Filmschaffenden | Abtei Neumünster: Unerwartete Einlage

Die kleine Einlage war sicherlich nicht im Programm vorgesehen, aber alle Seiten nahmen es mit Humor, als gestern Nachmittag während der Schlussvorträge des „Space Symposiums“ - gerade als der wallonische Ministerpräsident Elio Di Rupo sprach - sich der Alarm meldete und alle Gäste, auch die königlichen Hoheiten, aufgefordert wurden, den großen Saal des neimënster, den Robert-Krieps-Saal, zu räumen. Wie sich bald herausstellte, handelte es sich um einen sehr irdischen Fehlalarm.
Dennoch, in Sachen Weltraumforschung arbeiten Belgien und Luxemburg eng zusammen, wie Vizepremier und Wirtschaftsminister Etienne Schneider betonte. Er erinnerte auch daran, dass der Weltraum für Luxemburg kein Neuland ist, sondern hier schon 1985 der Satellitenbetreiber SES gegründet wurde. Dessen Anlagen in Betzdorf hatte das belgische Königspaar schon am Vormittag besucht (siehe oben). Schneider zeigte sich vom luxemburgischen Konzept überzeugt, der kommerziellen Nutzung des Weltraums den Weg zu ebnen.

Im Anschluss kam es zu einem regen Austausch zwischen dem Königspaar und den luxemburgischen und belgischen Wissenschaftlern, die maßgeblich am „Space Symposium“ teilgenommen hatten. Im weiteren Verlauf des Besuchs in neimënster trafen die Gäste mit Vertretern der Filmförderung beider Länder, mit Filmschaffenden und anderen bildenden Künstlern zusammen.

Dynamik und eine starke Offenheit: Vorzüge, die Luxemburg kennzeichnen | Regierungsessen auf Schloss Bourglinster

„Ihr Staatsbesuch im Großherzogtum hat es ermöglicht und wird es zweifellos weiterhin ermöglichen, viele der engen Verbindungen zwischen unseren beiden Ländern hervorzuheben, die sowohl historisch als auch politisch, wirtschaftlich und kulturell bedingt sind“, sagte Premier Xavier Bettel einleitend seiner gestrigen Tischrede auf Schloss Bourglinster, wo die Regierung zum Mittagessen geladen hatte.

Labor für die europäische Integration

Nur wenige Länder der Welt seien durch so enge politische und wirtschaftliche Beziehungen verbunden. „Dank unserer diplomatischen und konsularischen Zusammenarbeit können Belgien und Luxemburg auf die Hilfe der jeweiligen diplomatischen Vertretungen auf der ganzen Welt zählen.“
Belgien sei seit Jahrzehnten der wichtigste Handelspartner Luxemburgs. „Die belgisch-luxemburgische Wirtschaftsunion und die Benelux-Union waren immer an vorderster Front des Gemeinsamen Marktes der Europäischen Union. Und auch heute noch gilt Benelux, aber auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Belgien und Luxemburg, als Labor für die europäische Integration, als „Prüfstand“ dafür, was auf europäischer Ebene möglich ist“, so Bettel weiter. Es sei kein Zufall, dass Belgien und Luxemburg zu den Gründungsländern so vieler internationaler und europäischer Organisationen gehörten und „zu den leidenschaftlichsten Verfechtern einer multilateralen Weltordnung, die auf Regeln und Recht beruht.“ Und zusätzlich zu den 20.000 Belgiern, die in Luxemburg leben, überquerten täglich mehr als 47.000 Belgier die Grenze, um in Luxemburg zu arbeiten.

„Großes Anpassungsvermögen“

Das Dorf Bourglinster mache auf den ersten Blick einen ruhigen und friedlichen Eindruck. „Das Schloss jedoch, das seit fast tausend Jahren über dem Dorf thront, strahlt Größe und Stärke aus und beeindruckt durch seine raffinierte Architektur“, schwärmte König Philippe. Und doch verspüre man aber Dynamik und eine starke Offenheit gegenüber der Außenwelt. „Diese Vorzüge kennzeichnen das Großherzogtum und machen Ihr Land zu dem, was es heute ist. Die Verknüpfung von Stärke und Ambition, Offenheit und einem großen Anpassungsvermögen bilden die Grundlage für eine wirtschaftliche und soziale Dynamik, die auf die Zukunft ausgerichtet ist.“ Der ständige Dialog sei kennzeichnend für Luxemburg und „gewiss die beste Methode, um ein stabiles Ökosystem zu erhalten, in dem jeder seine Träume und Pläne verwirklichen kann“, so der König weiter. Denn kein Land könne es sich heutzutage leisten, „sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen.“ Die Herausforderungen von heute und morgen erforderten einen ständigen Ideenreichtum für die aktuellen Probleme - und damit maßgeschneiderte, schnelle und strukturelle Lösungen.

Königin Mathilde und Erbgroßherzogin Stéphanie zu Gast in der „Cité des Sciences“ | Belval gibt sich die Ehre

Belgiens Königin Mathilde und Erbgroßherzogin Stéphanie, in Vertretung von Großherzogin Maria Teresa, die sich von einer Knieoperation erholen muss, statteten gestern der „Cité des Sciences“ in Esch-Belval einen Besuch ab. Im „Massenoire“-Gebäude wurden die hohen Gäste von den Ministern Etienne Schneider (Wirtschaft und Gesundheit) und Claude Meisch (Bildung), Professor Stéphane Pallage, Uni-Rektor, Luc Dhamen, Direktor des „Fonds belval“ und den beiden Bürgermeistern Georges Mischo (Esch-Alzette) und Georges Engel (Sassenheim) erwartet. Die fünfjährige Anaëlle und die gleichaltrige Alexiane überreichten den königlichen Gästen Blumen.

Im „Massenoire“-Gebäude wurden die künftigen Hochöfenprojekte auf Belval kurz vorgestellt, bevor Luc Dhamen die Geschichte von Belval Revue passieren ließ.

Alsdann stand ein „Meet and Greet“ mit den Sprechern an, die am Vormittag Vorträge im Rahmen der Seminarreihe „Medical Innovation bringing together the worlds of innovation and healthcare“ gehalten hatten.

Zu Fuß begaben sich Königin Mathilde und Erbgroßherzogin Stéphanie dann zum „Learning Centre“ der Universität Luxemburg. Das Zentrum wurde von Rektor Pallage und Marie-Pierre Pausch, Leiterin der Uni-Bibliothek, präsentiert.

Im „Espace Chill“ des „Learning Centre“ wurden anschließend neue Erziehungs- und Bildungsmethoden vorgestellt, dies im Beisein und mit der tatkräftigen Unterstützung von einem Dutzend Kindern. Zur Diskussion standen unter anderem der Einfluss der Sprache auf das Erlernen der Mathematik und die frühkindliche Annäherung an Mathematik.