LUXEMBURG
JEAN-CLAUDE JUCHEM

Kloertext: Effizientere Straßen

Der ACL machte der neu gebildeten Regierung mehrere Vorschläge, wie das Verkehrsproblem effizienter zu lösen wäre. Die ziehen sich von Ideen wie einen allgemein verfügbaren Abschleppdienst auf den Autobahnen, einem „Mobilitätsbudget“ zur Förderung Multimodaler Mobilität oder einer Förderung der Telearbeit durch neue Richtlinien bis hin zu komplexeren Konzepten wie der Einführung eines „Mobility Managers“ bei Unternehmen. Diese sollen Mitarbeiter über Mobilititäsoptionen aufklären und so dafür sorgen, dass die Fahrt zur Arbeit - immerhin der Hauptgrund für Stau - besser organisiert wird. Für entsprechende Lösungen fehlt es nämlich bislang in Luxemburg an Koordination, wie ACL-Direktor Jean-Claude Juchem erklärt. 

„Die Sache ist doch eindeutig: Auch Unternehmen haben bei der Mobilität ihren Teil zu spielen. Sie können über reichliche Faktoren festlegen, wann ihre Mitarbeiter unterwegs sind - und haben damit einen direkten Einfluss auf Staus. Außerdem ist es ein Attraktivitätsfaktor: Ein Unternehmen, das seinen Mitarbeitern eine Möglichkeit bietet, sie über ihre Optionen zur Mobilität zu beraten, dürfte sehr beliebt sein. Umso wichtiger wären Mobilitätsbeauftragte, wenn sie unter den Unternehmen eine bessere Koordination bewirken würden - und sich Unternehmen so gemeinsam bei ihrem Teil der Mobilität absprächen.

Es fehlt in Luxemburg prinzipiell insbesondere an der nötigen Koordination; bei einem Unfall wird so etwa nicht ausreichend zwischen Polizei, Straßenbauverwaltung und dem ACL als informatives Medium für die Autofahrer koordiniert. Da muss noch sehr viel geschehen, damit wir ein effizienteres Stau- und Unfallwarnsystem bekommen können, das den Autofahrern zuverlässig helfen kann. Auch hier müssen wir uns endlich einig werden.

Es kann außerdem nicht sein, dass Abschleppdienste ewig bis zur Unfallstelle brauchen, weil sie nicht in permanenter Bereitschaft stehen. Eine ‚Dépanneuse‘-Permanence muss doch irgendwie möglich sein - auch finanziell. Denn wie teuer kommt der alltägliche Stau das Land zu stehen? Von den ganzen LKWs, die durch das lange Stehen im Stau plötzlich mit leeren Benzintanks am Straßenrand stehen bleiben müssen, ganz zu schweigen.

Mobilitätsbeauftragte und ihr Know-How sind dringend nötige Schritte. Wir bieten deshalb schon entsprechende Weiterbildungen, die etwa im kommenden Februar abgehalten werden. Das Hauptproblem daran bleibt dasselbe: Es fehlt hier im Land am nötigen Know-How, weshalb wir diese Weiterbildung mit Experten aus dem Ausland abhalten müssen. Es fehlt hier einfach an den nötigen Spezialisten. Deshalb ist sowohl das Nachhaltigkeitsministerium als auch das Hochschulministerium gefordert - einerseits, um das entsprechende Angebot aufbauen zu wollen. Andererseits aber auch, um das Angebot wirklich zu füllen, ohne zwingend auf ausländische Expertise angewiesen zu sein.“