DALHEIM
LJ

Pfarrer findet enthaupteten Heiligen Paulus vor der Dalheimer Kirche vor

Petrus und Paulus sind die beiden Schutzheiligen der Dalheimer Pfarrkirche und flankieren seit jeher den Treppenaufgang zwischen dem Pfarrhaus und dem Kirchhof mit der zentral gelegenen Pfarrkirche. Mit dem eigenen Schutz scheint es aber zumindest für Paulus nicht ganz weit her zu sein, weil er seit etwa drei Wochen sprichwörtlich den Kopf verloren hat.

War es ein Vandalenakt, ein Lausbubenstreich oder am Ende nur ein bedauerliches Missgeschick, das der Heiligenstatue den Kopf gekostet hat? Zu den Tatbeständen: An einem späten Nachmittag Anfang April hatte der Dalheimer Pfarrer Jean-Marie Belanga den knapp 15 cm hohen abgetrennten Natursteinkopf auf der Schwelle der Eingangstür zum Pfarrhaus vorgefunden. Ihm sei, so der vor Jahrzehnten vor dem Bürgerkrieg im Kongo geflüchtete Seelsorger, nicht ganz geheuer gewesen beim Auffinden des Statuenfragmentes, weil er darin zunächst eine versteckte Drohung zu erkennen glaubte.

Nach der Bekanntgabe seines Fundes an den Vorarbeiter der Gemeinde legte Herr Belanga den Kopf gleich neben die erste Treppenstufe und wollte erst am darauf folgenden Vormittag eine amtliche Meldung machen.

Aber oh Wunder!, am nächsten Morgen war der Kopf gänzlich verschwunden. Bürgermeister und Schöffe wurden daraufhin an den Tatort gerufen, die dann auch gleich einige Gemeindearbeiter anweisen wollten, die umliegenden Bodendeckerpflanzen und Sträucher zu durchsuchen, um das verschwundene Heiligenhaupt wieder zu finden. Dazu sollte es dann aber nicht kommen, weil sich herausstellte, dass der bereits zitierte Vorarbeiter der Gemeinde das gute Stück in Verwahrung genommen und es in der Lagerhalle der technischen Kommunaldienste abgelegt hatte. An einen echten Vandalismusakt mögen die Gemeindeverantwortlichen - wie übrigens auch die Polizei - jedoch nicht glauben. Der über einen Metallstift auf den Torso der Heiligenstatue aufgesetzte Kopf weist zwar einige Beschädigungen auf, die neueren Datums sein müssen und mit höchster Wahrscheinlichkeit von einem Aufprall auf hartem Grund herrühren dürften. Allerdings sprechen andere Feststellungen, wie etwa die bereits leicht verwitterte Aufsatzfläche an der Oberseite des Torsos, sowie der ansonsten unbeschädigte Torso an sich eher dafür, dass entweder ein besonders aufmerksamer Besucher oder aber im angrenzenden Pfadfinderpark spielende Kinder die lose Verankerung des Statuenkopfes festgestellt und um Schlimmeres zu verhindern den losen Kopf auf die Schwelle des Pfarrhauses abgelegt haben könnten.

Wohl ist die Polizei mit einer Anzeige befasst worden und ermittelt noch, soll aber dem Vernehmen nach selbst nicht so recht an ein strafbares Vergehen glauben. Seinen Kopf soll der heilige Paulus nach einer notwendigen Restaurierung, der sich im übrigen auch der Kopf des Schutzheiligenkollegen Petrus gut sichtbar bereits unterziehen musste, demnächst zurückbekommen.

Aber zum Auffüllen einiger Zeitungsspalten hat die Geschichte immerhin gereicht.