LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Umweltministerin Dieschbourg besteht auf dem strikten Schutz der Wasservögel -Die Fischräuber seien außerdem keine invasive Art

Die Fragestellung war schon sehr geschickt. Zuerst fragt man nach Muffel-Wild, dass als invasive Art zum Abschuss freigegeben ist, dann kommt man auf den als „Fischräuber“ verschrienen Kormoran, den Lieblingsfeind aller Angler, und die von ihm verursachten Schäden.

Muffelwild: invasiv und schädlich

Zunächst beschäftigt sich die parlamentarische Anfrage des liberalen Abgeordneten Gusty Graas an Umweltministerin Carole Dieschbourg mit den Bedingungen, unter denen die im Raum Echternach illegal ausgewilderten Wildschafe abgeschossen werden dürfen. Da die Muffel als invasiv und schädlich für die Flora gelten, sollen sie durch Staatsjagden stark in ihrem Bestand reduziert werden.

Die Jagd auf die Muffel begründe sich doch in ihrer Schädlichkeit für die heimische Natur, dann können man diese Regeln sicherlich auch auf andere invasive Arten anwenden?, fragt Graas die Ministerin. Welche Arten könnten denn noch unter dieser Prämisse bekämpft werden?

Mit seiner letzten Teilfrage kommt der ehemalige Präsident der luxemburgischen Sportfischer dann zum Kern der Sache: Wenn die eingewanderten Kormorane einen massiven Schaden an den heimischen Fischbeständen anrichten, warum unternimmt man dann nichts gegen die Kormoran-Kolonien in Luxemburg? Andere europäische Länder tun sich nicht so schwer damit, so Graas abschließend.

Auf die Frage, ob man die Regeln für die Bejagung des Muffelwilds auch auf andere invasive Arten anwenden kann, liefert die „déi gréng“-Ministerin als Antwort ein knappes „Ja“. Eine Staatsjagd dürfe aber nur für ausdrücklich im Jagdgesetz von 2011 genannte Tierarten angeordnet werden. Ob invasiv oder nicht, spielt keine Rolle.

Kormorane sind heimische Tiere

Die Frage nach der Jagdbarkeit der verfressenen Kormorane - Wunschtraum aller heimischen Angler - findet bei der Umweltministerin keine Gnade. Sie stellt knapp fest: Keine Art der Kormorane sei im Jagdgesetz gelistet. Außerdem bestreitet Ministerin Dieschbourg die invasive Natur der Kormorane. Es handele sich um einheimische Vögel. Außerdem seien Kormorane durch die EU-Richtlinie 79/409/EU als schützenswert eingestuft worden.

Was für Mufflons gilt, gilt also nicht für Kormorane.